• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Panorama

Die Geheimnisse des Mondes

21.07.2019

Berlin /Göttingen Als Neil Armstrong 1969 den Fuß auf den Mond setzte, war über den Erdtrabanten vieles noch unbekannt. In den vergangenen 50 Jahren haben Forscher einige bahnbrechende und kuriose Erkenntnisse über den Mond gewonnen:

Eisvorräte auf dem Mond

Der Mond ist nasser als gedacht. Zu Zeiten des „Apollo“-Programms der US-Raumfahrtbehörde Nasa galt der Mond als knochentrocken. 1994 lieferte die Nasa-Sonde „Clementine“ Hinweise auf Wasser in schattigen Kratern. Vor zehn Jahren hat dann die Nasa-Mondmission „LCROSS“ in einem ewig finsteren Krater am Südpol des Erdtrabanten Wassereis nachgewiesen. Weitere Funde quer über den Mond folgten.

„Insgesamt gibt es auf dem Mond vermutlich eine Wassermenge zwischen Bodensee und Kaspischem Meer“, erläutert der Leiter des Berliner Instituts für Planetenforschung im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Ralf Jaumann. „Als man Proben des Mondgesteins aus dem „Apollo“-Programm neu analysiert hat, ist man darin tatsächlich ebenfalls auf Wassereinschlüsse gestoßen.“ Woher das Mondwasser kommt, ist nicht eindeutig geklärt, und eine der Fragen für künftige Missionen.

Sonnenteilchen als Wasserfabrik

Von der Sonne zieht ein permanenter Teilchenstrom ins All. Dieser sogenannte Sonnenwind besteht vor allem aus elektrisch geladenen Wasserstoff-Atomkernen und prasselt wegen des fehlenden Magnetfelds ungehindert auf den Mond. Wenn dort Einschläge von Mikrometeoriten Gestein aufschmelzen, wird Sauerstoff frei und verbindet sich mit dem Wasserstoff aus dem Sonnenwind zu Wasser – die so entstehenden Mengen sind allerdings winzig.

Mondgestein ähnelt der Erde

Der Mond in Zahlen

1,27 Sekunden dauert es, bis ein Funksignal von dort auf der Erde ankommt.

3 Tage brauchten die „Apollo“-Missionen, um ihr Ziel zu erreichen.

4 Zentimeter pro Jahr wächst die Entfernung zwischen Erde und Mond.

6 Mal weniger als auf der Erde wiegt ein Mensch dort – Grund: die geringere Schwerkraft.

12 Astronauten haben den Mond bisher betreten - alle zwischen 1969 und 1972.

29,53 Erdtage braucht der Mond für eine Drehung um sich selbst.

Mehr als 50 Raumsonden haben sich bisher auf die weite Reise dorthin gemacht.

Minus 233 Grad kalt kann es auf der Schattenseite des Mondes werden, auf der Sonnenseite hingegen bis zu 123 Grad warm.

Rund 400 Kilogramm Mondgestein haben Raumfahrer eingesammelt und mitgenommen.

3476 Kilometer misst der Mond im Durchmesser – die Erde 12.765 Kilometer.

384.400 Kilometer ist der mittlere Abstand zwischen Mond und Erde.

Rund 4,5 Milliarden Jahre liegt die Entstehung des Erdtrabanten zurück.

Die „Apollo“-Missionen haben insgesamt rund 380 Kilogramm Mondgestein mit auf die Erde gebracht. „Erst etwa die Hälfte davon ist analysiert“, sagt Jaumann. „Die ersten Analysen waren damals überraschend: Denn sie zeigten, dass das Mondmaterial Erdkruste und Erdmantel sehr ähnelt.“ Offensichtlich haben beide Himmelskörper einen gemeinsamen Ursprung. Die Mondproben sind nach Einschätzung von Jaumann die wichtigste wissenschaftliche Errungenschaft der „Apollo“-Missionen. Die Art des Gesteins zeigte auch, dass der Mond einmal ganz oder zum Großteil geschmolzen gewesen sein muss.

Der Mond als Unfallprodukt

Die überraschende Ähnlichkeit von Mond- und Erdgestein warf die Frage nach der Entstehung des Mondes wieder auf. Heute gehen die meisten Forscher davon aus, dass eine katastrophale Kollision eines ungefähr Mars-großen Himmelskörpers den Mond aus der jungen Erde herausgeschlagen hat. „Diese Impakt-Theorie kann vieles erklären, allerdings nicht alles“, sagt Planetenforscher Urs Mall vom Göttinger Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung „Neuere Theorien ziehen daher auch mehrere Einschläge in Betracht.“

Geschichte der Erde auf dem Mond archiviert

Da es auf dem Mond keine Plattentektonik und keine Verwitterung gibt wie auf der Erde, ist er ein Archiv der Erdgeschichte. „Wenn man etwas über die ferne Vergangenheit unseres Planeten wissen möchte, ist der Mond der Ort der Wahl“, betont Mall. „Dort ist die Erdgeschichte wortwörtlich in Stein gemeißelt.“ So lässt sich beispielsweise an Einschlagkratern auf dem Mond ablesen, wann der kosmische Beschuss mit Meteoriten im inneren Sonnensystem so weit abgenommen hatte, dass er die Entstehung von Leben erlaubt hat.

Rohstoffe für Mondbasis sind vorhanden

„1994 hat die US-Mondsonde „Clementine“ die erste Mondkarte geliefert, die eine Idee von der Mineralogie des Erdtrabanten gibt“, berichtet Mall. Der Mondboden enthält einige Rohstoffe wie Metalle, deren Nutzung auf der Erde allerdings nicht wirtschaftlich machbar ist. „Rohstoffe könnten aber interessant für die Nutzung auf dem Mond selbst sein“, erläutert Jaumann. „Wenn man etwa Wasser aus dem Aufschmelzen des Mondgesteins gewinnen will, bekommt man Stoffe wie Aluminium gleich mit. Und der Mondboden ist so etwas Ähnliches wie Zement. Das Baumaterial für eine Mondbasis dürfte weitgehend vorhanden sein.“ Als Exportschlager könnte sich einzig einmal das Edelgas Helium-3 entpuppen: Es ist ein begehrter Brennstoff für künftige Kernfusionskraftwerke und lagert sich aus dem Sonnenwind im Mondboden ab.

Mond entfernt sich von der Erde

Der Mond driftet pro Jahr 3,8 Zentimeter von der Erde weg. Ursache sind die Gezeiten. Das Meerwasser für Ebbe und Flut hin und her zu bewegen, kostet Energie, und diese speist sich aus der Rotationsenergie des Erde-Mond-Systems. Die „Apollo“-Missionen haben Spiegel auf dem Erdtrabanten hinterlassen, über die sich durch die Laufzeit eines Laserstrahls die exakte Mondentfernung ermitteln lässt. Präzisionsmessungen zeigen: Der Mond ist heute knapp zwei Meter weiter entfernt als zu Armstrongs Landung.

Mondstaub ist ähnlich schädlich wie Asbest

Der Mondstaub, Regolith genannt, ist ungesund. Die „Apollo“-Astronauten berichteten von leichten Atemwegssymptomen wie Niesen, Halsschmerzen und tränenden Augen nach dem Besuch des Erdtrabanten. Der bislang letzte Mann auf dem Mond, Harrison Schmitt, sprach von „lunarem Heuschnupfen“. Ursache waren die winzigen Partikel des Mondstaubs, die wegen ihrer elektrostatischen Aufladung an den Anzügen und Geräten der Astronauten hängen blieben und so in die Raumfähren gebracht wurden. Durch das Fehlen einer Atmosphäre und damit auch von Wind und Wetter auf dem Mond sind diese Regolith-Partikel nicht rundgeschliffen wie auf der Erde, sondern extrem scharfkantig. In Laborversuchen mit Zellkulturen auf der Erde haben simulierte Regolith-Partikel Zellen getötet und Erbgutschäden ausgelöst - ähnlich wie Asbest.

Zwei Alufolienschalen mit Mondstaub, den Neil Armstrong auf dem Mond gesammelt hat. Foto: Michael Wyke/FR33763 AP/dpa

Mond schrumpft durch Kühlung

Der Erdtrabant ist in geologisch jüngerer Zeit um etwa 100 Meter geschrumpft. Das zeigt die Existenz von Kliffs und Bruchkanten quer über den Erdtrabanten, die unter anderem der „Lunar Reconnaissance Orbiter“ der Nasa fotografiert hat. Ursache ist die Abkühlung unseres Begleiters, der sich dabei zusammenzieht und Falten bildet wie eine vertrocknende Weinbeere. Da die Mondkruste nicht so elastisch ist wie die Haut einer Weinbeere, bricht sie gelegentlich auf. Der Mond, der zu „Apollo“-Zeiten als geologisch toter Himmelskörper galt, ist damit vermutlich auch heute noch aktiv.

Fußabdrücke für die Ewigkeit?

Die Fußspuren von Armstrong & Co finden sich auch heute noch auf dem Erdtrabanten. Sie sind jedoch nicht für die Ewigkeit. Mikrometeoriten pflügen den Mondboden viel schneller um als gedacht. Das zeigen Messungen der Nasa-Mondsonde „Lunar Reconnaissance Orbiter“ („LNO“), die in sieben Jahren mehr als 47.000 neue Flecken auf der Mondoberfläche registriert hat.

„Vor dem Start des „LNO“ 2009 haben wir gedacht, dass es Hunderte bis Tausende Millionen Jahre dauern würde, die Mondoberfläche signifikant zu verändern“, erläuterte Untersuchungsleiter Emerson Speyerer von der Arizona State University in einer Mitteilung zur Veröffentlichung der wissenschaftlichen Analyse. „Wir haben jedoch entdeckt, dass die oberste Schicht des Oberflächenmaterials in rund 80.000 Jahren einmal komplett umgewälzt wird.“

Lesen Sie auch:
Berlin

Land Soll „zentrale Rolle“ Spielen
Industrie will Deutschland zum Mond schicken

Industrie will Deutschland zum Mond schicken
Berlin

Verschwörungstheorien Zur Mondlandung
Ein Bild vom Mond oder aus dem Studio?

Ein Bild vom Mond oder aus dem Studio?
Erfurt

Deutsche Astronauten
„Wir fliegen nicht zum Mond, weil der so lebenswert ist“

„Wir fliegen nicht zum Mond, weil der so lebenswert ist“
Houston/Washington

Mondlandung Für Touristen
Auf den Spuren der NASA-Helden

Auf den Spuren der NASA-Helden
Berlin

Die Mondlandung In Der Literatur
Was Tim und Struppi Neil Armstrong voraus hatten

Was Tim und Struppi Neil Armstrong voraus hatten
Berlin

Mondlandungen Im Kino
Diese Filme schicken Sie ins Weltall

Diese Filme schicken Sie ins Weltall
Washington

Die Crew Der Apollo 11
Sie waren die Helden der ersten Mondlandung

Sie waren die Helden der ersten Mondlandung
Houston

Dieser Müll Liegt Auf Dem Mond
Raumsonden, Handtücher und Körperflüssigkeiten

Raumsonden, Handtücher und Körperflüssigkeiten
Moskau

Sergej Koroljows Erfolge In Der Udssr
Der Raketen-Pionier, der zu früh starb

Der Raketen-Pionier, der zu früh starb
Berlin

Raketenkonstrukteur Wernher Von Braun
Für seinen Traum arbeitete er mit Hitler und Kennedy

Für seinen Traum arbeitete er mit Hitler und Kennedy
Bonn

Das Ende Von „star Trek“ In Den Usa
Als Captain Kirk Neill Armstrong Platz machte

Als Captain Kirk Neill Armstrong Platz machte
Speyer

Charles Duke Im Kontrollzentrum
Er hörte Armstrongs Worte auf dem Mond als erstes

Er hörte Armstrongs Worte auf dem Mond als erstes
München

Landung 2024 Geplant
Wie Deutschland am Wettlauf zum Mond teilnimmt

Wie Deutschland am  Wettlauf zum Mond teilnimmt
Washington

So Lief Der Wettlauf Zum Mond
Von Gagarin bis Armstrong

Von Gagarin bis Armstrong
New York

Originale Werden Versteigert
Millionen Dollar für „Apollo 11“-Erinnerungen

Millionen Dollar für „Apollo 11“-Erinnerungen
Berlin

Die Technik Hinter „apollo 11“
„Hans“ und „Franz“ transportieren die Rakete

„Hans“ und „Franz“  transportieren die Rakete
New York

Dokumentarfilm Zu „apollo 11“
Neue Bilder eines historischen Ereignisses

Neue Bilder eines historischen Ereignisses
Berlin

Computer-Technik Der 1960er
Mit einem iPhone-Bruchteil zum Mond

Mit einem iPhone-Bruchteil zum Mond
Berlin

Tagebuch Der „apollo 11“-Mission
So landete der „Adler“ auf dem Mond

So landete der „Adler“ auf dem Mond
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.