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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Per Smartphone zu mehr Entspannung

21.03.2019

Berlin Vom buddhistischen Mönch im Himalaya zum erfolgreichen Start-up-Gründer in Kalifornien: Der Brite Andy Puddicombe hat einen erstaunlichen Werdegang. Mit seiner Achtsamkeits-App Head­space brachte er schon 42 Millionen Menschen zum Meditieren – zumindest wurde die App so oft heruntergeladen. Der 46-Jährige ist sich sicher: Meditation macht diese Welt zu einem besseren Ort. „Meditation fördert das Mitgefühl. Und wenn wir mitfühlender mit uns selbst sind, sind wir es auch zu anderen“, erklärte er in Berlin der Deutschen Presse-Agentur.

Das Unternehmen mit Hauptsitz in Los Angeles hat inzwischen 260 Mitarbeiter. Seit Mitte März ist das Angebot erstmals auch in einer zweiten Sprache verfügbar: auf Deutsch. Es gibt Meditationen zu unterschiedlichen Themenbereichen. Von Schlaf über persönliche Entwicklung bis hin zu Stress und Ängsten.

Puddicombe selbst hat bereits als Elfjähriger mit seiner Mutter in England meditiert, wie er erzählt. Später, mit Anfang 20, kommen bei zwei Verkehrsunfällen mehrere Leute aus seinem engsten Umfeld ums Leben. Egal wie viele Bücher er gelesen oder wie viel Zerstreuung er gesucht habe, „ich konnte keinen Frieden finden“. Schließlich reist Puddicombe in den Himalaya. In einem tibetischen Kloster in Nordindien wird er später zum buddhistischen Mönch geweiht.

Zehn Jahre nach seinem Aufbruch kehrt Puddicombe nach London zurück und gründet ein Meditationsstudio. Hier lernt er Rich Pierson kennen, einen Werbe-Profi kurz vor dem Burnout. Sie unterrichten einander in Meditation und Marketing und gründen gemeinsam Headspace. Das Konzept scheint aufzugehen. Hollywood-Stars wie Ryan Reynolds, Gwyneth Paltrow und Emma Watson sollen zu den Nutzer gehören.

Meditations-Apps sind ein boomendes Geschäft. In Deutschland ist der hiesige Anbieter 7Mind besonders erfolgreich. Im Gesundheitswesen wurde der Nutzen erkannt. So erstatten die gesetzlichen Kassen bis zu 100 Prozent der Jahresgebühr bei 7Mind. „Meditation fördert das Wohlbefinden von innen heraus und beugt stressbedingten Krankheiten vor“, heißt es dazu bei der Barmer-Versicherung.

Achtsamkeitslehrer Günter Hudasch sieht die Apps differenzierter. „Sicher haben sie einen Wert für das kontinuierliche Üben“, sagt er. Erfordere es doch eine gewisse Disziplin dranzubleiben. Aber: „Wenn ich übe, mache ich bestimmte Erfahrungen.“ Diese solle man vor allem zu Beginn ab und an mit einem Lehrer besprechen. Außerdem sei die Erfahrung, in einer Gruppe zu meditieren, oft noch mal kraftvoller.

Calm, neben Headspace die zweite große US-App, zählt täglich etwa 75 000 neue Nutzer weltweit. Es gibt Hunderte Stunden Inhalt zu allerlei Themen. Die deutschen Schlafgeschichten liest beispielsweise Schauspieler Sebastian Koch.

Ist es nicht paradox, dass Menschen ausgerechnet über das Smartphone zu mehr innerer Ruhe finden sollen? Puddicombe sieht zwar die Ironie, doch sei es eine „Plattform, über die wir die Menschen dort erreichen, wo sie sind“.

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