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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Lungenkrankheit: Ärzte warnen vor Praxisansturm

04.03.2020

Berlin Deutschlands Kassenärzte warnen eindringlich vor unnötigen Praxisbesuchen aus Sorge vor dem neuen Coronavirus. Andernfalls sehen sie die Versorgung der Bevölkerung als gefährdet an. „Umfangreichere Testung von klinisch Gesunden ist medizinischer Unfug“, sagte der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, am Dienstag in Berlin. Um die Ausbreitung der Viren zu verringern, wurde die Leipziger Buchmesse abgesagt. Im Saarland und in Mecklenburg-Vorpommern gab es je erste bestätigte Corona-Infektionen. Der Erreger ist in allen Bundesländern außer in Sachsen-Anhalt nachgewiesen.

Wenn jemand bei sich selbst einen Verdacht auf das Coronavirus habe, dann sollte er nicht gleich eine Praxis aufsuchen, mahnte Deutschlands oberster Kassenarzt Gassen. Sinnvoll seien Tests nur, wenn jemand Symptome einer Erkrankung der oberen Atemwege aufweise und womöglich Kontakt zu Infizierten gehabt habe. Auf jeden Fall sollten Menschen, die eine eigene Infektion befürchteten, laut KBV zunächst bei der Praxis oder der Arzthotline 116 117 anrufen. Denn in den meisten Fällen verliefen Infektionen mit dem Coronavirus milde.

11 000 Tests

Wenn ein Infizierter gleich eine Praxis aufsuche, könne diese zudem vom zuständigen Gesundheitsamt aus Gründen des Seuchenschutzes vorübergehend geschlossen werden, hieß es. Vergangene Woche seien 11 000 Tests auf das Coronavirus gemacht worden – bis Dienstagnachmittag wurden nur 196 Sars-CoV-2-Infektionen bundesweit erfasst.

Die große Mehrheit der Infizierten hat keine Beschwerden oder lediglich Erkältungssymptome, die rasch wieder abklingen. Schwerere Krankheitsverläufe – etwa eine Lungenentzündung – entwickeln nach den bisherigen weltweiten Erkenntnissen bis zu 15 Prozent. Häufig sind darunter alte Menschen und Patienten mit Vorerkrankungen. Die Berliner Charité hat eine eigene Untersuchungsstelle für mögliche Coronavirus-Infektionen eröffnet. Das Pilotprojekt soll Vorbild für andere Krankenhäuser sein, sagte der Ärztliche Direktor Ulrich Frei.

Gut die Hälfte der vom Robert Koch-Institut (RKI) erfassten 196 Sars-CoV-2-Infektionen wurde in Nordrhein-Westfalen gemeldet. Auch Bayern und Baden-Württemberg seien stärker betroffen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kündigte für diesen Mittwoch eine Regierungserklärung zum Virus-Krisenmanagement an.

Einbußen bei Fluglinien

Außerhalb Chinas, wo das Virus seinen Ausgang genommen hatte, ist derzeit Südkorea nach den offiziellen Meldezahlen am schwersten von Sars-CoV-2 betroffen. Mehr als 4800 Infektionen wurden erfasst, mindestens 28 Menschen starben. In der EU ist Norditalien besonders stark betroffen. Nach Angaben des Zivilschutzes vom Montagabend wurden in Italien insgesamt über 2000 Infektionen erfasst, mehr als 50 Infizierte starben. In China lag die Zahl offiziell erfasster Infizierter am Dienstag bei über 80 000, die der Todesfälle bei knapp 3000. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus.

Weltweit haben sich dem RKI zufolge inzwischen rund 90 900 Menschen in 73 Ländern nachweislich mit dem neuen Coronavirus infiziert.

Mehrere Chefs europäischer Fluggesellschaften berichteten von einem starken Rückgang der Buchungszahlen. Lufthansa-Chef Carsten Spohr sagte, derzeit blieben wegen der Viruskrise rechnerisch 23 von 200 Langstreckenmaschinen am Boden.

NWZonline.de/gesundheit
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