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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Lungenkrankheit: Was Sie zum Coronavirus wissen müssen

29.02.2020

Berlin Nach dem Bekanntwerden von neuen Infektions-Nachweisen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 ist die Hoffnung geschwunden, die Lungenerkrankung aus Deutschland fernzuhalten. Das müssen Sie wissen:

Wie hoch ist die Gefahr einer Ausbreitung?

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) müsse mit einem weiteren Import von Fällen nach Deutschland gerechnet werden. Auch weitere Übertragungen von Sars-CoV-2, Infektionsketten und Ausbrüche im Land seien möglich. Lokale Infektionen könnten dabei zunächst unerkannt bleiben, sagte der Vizepräsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lars Schaade. Man müsse damit rechnen, dass es dadurch zu einer weiteren Ausbreitung komme.

Wie ansteckend ist das neue Coronavirus?

Ein Wert, wie viele andere Menschen ein Infizierter im Mittel ansteckt, lässt sich noch immer nicht gesichert angeben. Das Virus verbreitet sich durch Tröpfcheninfektion etwa beim Husten und Sprechen. Erste Ergebnisse weisen darauf hin, dass das Virus auch über das Verdauungssystem und zumindest einige Tage über Oberflächen verbreitet werden kann. Ein bisher unterschätztes Risiko sei womöglich, dass in Stuhlproben von Patienten in der Initialphase einer Covid-19-Erkrankung „durchaus relevante Mengen“ von Sars-CoV-2 nachweisbar seien, hatte etwa Clemens Wendtner, Chefarzt der Infektiologie und Tropenmedizin an der München Klinik Schwabing, erklärt.

Welche Symptome verursacht das Coronavirus?

Die meisten Menschen haben nur eine leichte Erkältungssymptomatik mit Frösteln und Halsschmerzen oder gar keine Symptome. Hinzukommen können Fieber, Husten und Atemprobleme, wie sie auch bei einer Grippe auftreten. Auch Kopfschmerzen oder Durchfall sind möglich. Nach Angaben der chinesischen Gesundheitsbehörde komme es bei mehr als 80 Prozent der Infizierten zu milden Infektionsverläufen, knapp 14 Prozent erkranken schwer. Bei knapp fünf Prozent komme es zu lebensbedrohlichen Auswirkungen wie Atemstillstand, septischem Schock oder Multiorganversagen. Die Inkubationszeit – der Zeitraum zwischen Infektion und Beginn von Symptomen – beträgt nach derzeitigem Stand meist zwei bis 14 Tage.

Was würde ein größerer Ausbruch bedeuten??

Eine Infektionswelle hierzulande könnte unter anderem volle Wartebereiche und Arztpraxen, belegte Intensivbetten und vollkommen überlastete Gesundheitsämter bedeuten, hatte der Berliner Virologe Christian Drosten kürzlich erklärt. Aus diesem Grund sei es das Ziel, die Ausbreitung des Coronavirus möglichst hinauszuzögern, teilte das Robert-Koch-Institut (RKI) mit. „Wir müssen mit angemessenem Aufwand versuchen, die Ausbreitung zu verlangsamen, um einen intensiven Belastungspuls auf das Gesundheitssystem abzumildern“, sagte Drosten. „Die Zahl der Infektionen sollte über eine möglichst lange Zeit ausgedehnt werden.“

Wie lässt sich die Lungenkrankheit behandeln?

Eine spezielle Therapie für die Corona-Erkrankung gibt es nicht. Schwer erkrankte Patienten werden symptomatisch behandelt: mit fiebersenkenden Mitteln, der Therapie etwaiger bakterieller Zusatzinfektionen und mitunter mechanischer Beatmung. In Einzelfällen werden auch antivirale Medikamente getestet. Etliche Labors weltweit forschen an Impfstoffen, wie es sie auch für die Grippe gibt. Die Entwicklung einer Schutzimpfung nimmt aber viel Zeit in Anspruch. Die WHO-Chefwissenschaftlerin Soumya Swaminathan glaubt, dass erste Impfstoff-Tests an Menschen in drei bis vier Monaten beginnen könnten. Ein zertifizierter Impfstoff für weitreichenden Einsatz stehe aber wohl erst in 18 Monaten zur Verfügung. Das US-Biotechunternehmen Moderna hatte jüngst berichtet, einen Impfstoff-Kandidaten entwickelt und an das US-National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) geliefert zu haben. Dessen Direktor Anthony Fauci kündigte laut CNN erste klinische Studien für Ende April an. Auch er rechnete demnach damit, dass es ein bis anderthalb Jahre dauere, bevor ein Impfstoff verfügbar ist.

Was ist der Unterschied zwischen einer Pandemie und einer Epidemie?

Eine Epidemie bezeichnet oft eine Erkrankungswelle. Bestimmte Erkrankungsfälle mit der gleichen Ursache treten vermehrt auf, heißt es vom Robert-Koch-Institut. Eine Epidemie ist zeitlich und räumlich begrenzt. Für eine Pandemie gibt es keine eindeutige Definition, oft ist damit die Ausbreitung einer Krankheit über mehrere Kontinente oder weltweit gemeint.

NWZonline.de/gesundheit
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