BERLIN - BERLIN/DPA - Sie kümmerte sich zuletzt offenbar mehr um ihren neuen Freund als um ihre vier Kinder. Das Verhalten der 46-jährigen Mutter aus Berlin, die ihre zwei Mädchen und zwei Jungen im Alter zwischen acht und zwölf Jahren fast ein Jahr lang allein in der Wohnung ließ, wirft immer mehr Fragen auf. Denn die Frau sei gelernte Kindergärtnerin und habe zu DDR-Zeiten bis 1990 in ihrem Beruf in Oranienburg bei Potsdam gearbeitet, berichteten mehrere Zeitungen am Sonntag. Die Kinder sind vorläufig zusammen in einem Heim untergebracht.

Laut Polizei wird die Mutter vernommen. Sie halte sich bei ihrem Freund auf, sagte ein Sprecher am Sonntag. Es werde wegen Verletzung der Fürsorge und Erziehungspflicht ermittelt. Das Jugendamt müsse entscheiden, ob der Mutter ein Teil des Sorgerechts entzogen wird.

Die Frau äußerte sich jetzt erstmals in der Öffentlichkeit. „Vielleicht hatte ich einfach mal die Schnauze voll“, sagte die 46-Jährige. „Der Vater meiner Kinder ließ mich sitzen, ich verlor meine Arbeit als Erzieherin. Aber auch wenn ich mich nicht gekümmert habe, meine Kinder waren nicht verwahrlost. Ich sah sie vielleicht zwei Tage die Woche, habe Weihnachten und alle Geburtstage mit ihnen gefeiert. Sie wurden weder geschlagen, noch mussten sie hungern.“ Die Großmutter der vier Kinder verteidigte ihre Tochter. Sie sei zwar „sicherlich keine Putzfrau“ gewesen, aber es sei den Kindern gut gegangen, sagte sie. Die vier seien nicht vernachlässigt worden. Doch in den vergangenen Jahren spitzte sich die Situation vor allem finanziell zu.

Der Mutter drohte laut Medienberichten die Zwangsräumung der Wohnung wegen Mietschulden. Über den Vater der Kinder, einem Mosambikaner, liegen der Polizei bislang noch keine Erkenntnisse vor. Er soll die Familie schon vor Jahren verlassen haben.