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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Sturmtief „Mortimer“ sorgt für Zugausfälle im Norden

01.10.2019

Berlin /Oldenburger Land Sturmtief „Mortimer“ hat den Bahnverkehr am Montagmorgen schwer getroffen und zu einer Sperrung der Autobahn 39 bei Lingen geführt. Gegen 8 Uhr hatte die Bahn teils vorsorglich ihre wichtigsten Strecken nördlich von Hannover gesperrt. Noch am Vormittag waren aber zumindest die Strecken Hamburg - Hannover, Hamburg - Bremen, Bremen - Hannover und Hannover - Göttingen wieder befahrbar, wie der Konzern auf Twitter mitteilte. Auch die Fernzug-Gleise Hamburg - Berlin, Hannover - Wolfsburg - Berlin und Wolfsburg - Braunschweig - Hildesheim - Göttingen konnten wenig später freigegeben werden, wie ein Bahnsprecher sagte.

Wer vom Sturmtief betroffen war, kann sein Ticket bis zum 7. Oktober flexibel nutzen. Die Zugbindung für diese Fahrkarten sei aufgehoben, auch sei eine kostenlose Stornierung möglich.

In Fallersleben bei Wolfsburg fuhr ein ICE gegen einen auf die Gleise gestürzten Baum. Der Lokführer sei dabei leicht verletzt worden, sagte ein Bahnsprecher in Hamburg. Die etwa 250 Passagiere im Zug kamen mit dem Schrecken davon, wie die „Wolfsburger Nachrichten“ berichteten. Busse holten sie ab und brachten sie nach Wolfsburg. Bei dem Unfall wurde die Oberleitung beschädigt, die Scheibe des Führerhauses zersplitterte. „Der Zug ist bereits weg, aber die Oberleitungen müssen noch repariert werden“, sagte der Sprecher. Es könne noch bis in den Nachmittag zu Verzögerungen kommen.

Auch bei Hannover sorgte „Mortimer“ für Unterbrechungen. „So 20 Minuten nach Hannover hieß es dann auf einmal, dass Bäume auf den Schienen liegen“, erzählte Studentin Katharina Meiwes, die im ICE 783 von Hamburg nach München saß: „Wir sind dann noch ein Stück gerollt und haben dann an einem kleinen Bahnhof gehalten.“ Auch wenn der Sturm getobt habe, sei die Stimmung im Zug recht entspannt gewesen. „Wir wurden immer gut über Updates informiert“, sagte sie. Nach knapp 90 Minuten konnte ihr Zug die Fahrt fortsetzen.

Sturmböen warfen auf der A31 im Emsland einen Lastzug um. Der Fahrer sei bei dem Unfall nach ersten Erkenntnissen leicht verletzt worden, teilte die Polizei mit. Er habe in Höhe Wietmarschen-Lohne die Kontrolle über das Fahrzeug verloren und sei mit dem Gespann auf die Seite gekippt. Die Autobahn wurde zwischen den Anschlussstellen Emsbüren und Lingen in beide Richtungen voll gesperrt. Bei Hameln konnte ein Autofahrer am Morgen gerade noch rechtzeitig bremsen, als ein Baum auf die Straße stürzte. Der Mann blieb unverletzt. Im Landkreis Uelzen brach bei Wriedel das Rotorblatt eines Windrades ab.

Reisende im Hauptbahnhof Hamburg: Die Deutsche Bahn stellte Teile des Fernverkehrs im Norden wegen des Sturmtiefs „Mortimer“ ein. (Foto: Bodo Marks/dpa)

In Niedersachsen krachte am Montagmorgen ein Baum in eine Oberleitung. Ein ICE konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und fuhr in die Unfallstelle bei Nienburg, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn sagte. Verletzt wurde niemand. Die Passagiere mussten aber zunächst im Zug ausharren, da nicht klar war, ob noch Strom durch die kaputte Oberleitung fließt und dadurch eine Gefahr für sie besteht.

„Im Norden und Nordosten ist das Schlimmste noch nicht überstanden“, hatte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Vormittag über die Wetterlage nach den nächtlichen Stürmen gesagt. Etwa von der Ostsee bis zum Erzgebirge bleibe es bis in die Nachmittagsstunden stürmisch, während das Tief ins Baltikum weiter ziehe. Dort, wo schauerartige Regenfälle hinzu kämen, könnten sich die Windgeschwindigkeiten auf Orkanstärke steigern. An diesen Orten drohten auch Unwetter mit Windgeschwindigkeiten von 110 Kilometern in der Stunde.

In der Nacht hatte es zunächst nur geringfügige Schäden durch „Mortimer“ gegeben. Die Lagezentren der Polizei in allen 16 Bundesländern berichteten hauptsächlich von umgekippten Bäumen und abgebrochenen Ästen.

Rettungsaktion in Dortmund

Eine spektakuläre Rettungsaktion erlebten Hunderte Schafe auf einer Weide in Dortmund. Starke Regenfälle hatten die Weide mit rund 300 Tieren geflutet. Die Feuerwehr setzte ein Rettungsboot ein und baute Stege, um die Tiere vor dem Ertrinken zu retten, wie ein Sprecher der Einsatzkräfte am frühen Montagmorgen sagte. Bis 2 Uhr waren den Angaben zufolge 200 Tiere von der Weide geholt. Die Wiese stand nach Angaben eines dpa-Fotografen anderthalb bis zwei Meter unter Wasser. Mehrere Tiere, darunter auch Lämmer, seien in den Wassermassen verendet. Die Feuerwehr war nach eigenen Angaben mit 120 Einsatzkräften vor Ort.

Die Verwaltung des Nationalparks Harz warnte am Montag vor dem Betreten der Wälder in dem Mittelgebirge. Es könnten jederzeit Bäume umstürzen, sagte Sprecher Friedhart Knolle am Morgen in Wernigerode. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Leipzig wurden am frühen Montagmorgen Windgeschwindigkeiten von knapp 145 Kilometern pro Stunde auf dem höchsten Berg des Mittelgebirges gemessen.

„Mortimer“ in Dortmund: Feuerwehrleute tragen ein Schaf über eine überflutete Wiese. Starke Regenfälle haben die Weide mit rund 300 Schafen geflutet. (Foto: Marcel Kusch/dpa)

Auch die niedersächsischen Landesforsten warnten vor dem Betreten der Wälder: Weil die Bäume nach zwei trockenen und heißen Sommern geschwächt seien, sei besondere Wachsamkeit gefordert, sagte der Präsident der Landesforsten, Klaus Merker: „Auch bei Windstille können Äste unvermittelt abbrechen. Die Risikolage ist in diesem Jahr besonders hoch.“ Jogger, Hundebesitzer und Radfahrer sollten die Wälder bei Wind und zu erwartenden Stürmen meiden.

Bei Groß Ippener und in Delmenhorst rückten die Feuerwehren laut dem Nachrichtenportal „Nonstop News“ zu mehreren umgestürzten Bäumen aus. In Cloppenburg sei bei einem Autohändler ein Baum vom Sturm erfasst worden, berichtet Nonstop News. Er stürzte über die Ausstellungsfläche und beschädigte mehrere Autos.

Sturmschäden in Cloppenburg: Bei einem Autohändler stürzte ein Baum über mehrere Fahrzeuge. (Foto: Nonstop News)

Im Saarland gingen bis 2.20 Uhr rund 50 Notrufe wegen umgekippter Bäume oder Bauzäune ein. Ein Baum sei auf ein geparktes Auto gefallen.

Sturm schwächt sich ab

Der Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes zufolge sollen sich die stärksten Böen über den Norden in den Nordosten und Osten Deutschlands verlagern, wo sie bis zum Nachmittag anhalten sollen. Im Norden und Nordosten bestehe Unwettergefahr durch einzelne orkanartige Böen. Vereinzelt könne es zu kurzen Gewittern kommen. Mit dem Abzug von „Mortimer“ nach Osten schwäche sich der Wind von Westen her rasch ab. Dort werde bereits am Montagvormittag kaum noch etwas vom Sturm zu spüren sein. In Oldenburg verlief die Nacht zu Montag laut Polizei „ruhig“ ab, es kam zu keinen Sturmschäden.

Der Deutsche Wetterdienst hatte das Tief „Mortimer“ als ein kleines Tief, „das recht flink unterwegs ist und nicht unterschätzt werden sollte“, angekündigt.

Gefahrenpotenzial sah der DWD unter anderem, weil die Bäume noch voll belaubt seien und dem Wind damit eine große Angriffsfläche böten, so dass sie auch bei nicht ganz so hohen Windstärken umstürzen könnten.

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