BERLIN - Dass ihm ausgerechnet das grüne Männchen mit Hut Prominenz bescheren würde, hätte Karl Peglau nicht gedacht. Einst in der DDR als Verkehrspsychologe um die Sicherheit von Fußgängern und Autofahrer bedacht, ist er nach der Wiedervereinigung als Erfinder einer Kultfigur bekannt. Vor knapp 46 Jahren hat der Berliner den Ost-Ampelmann geschaffen. Seitdem hat er eine wechselvolle Geschichte mit seinem „Kind“ erlebt: Nach der Wende vom Aus bedroht, hat sich das Männchen zum begehrten Design- und Souve-nirartikel gemausert.

Selbst im Westen ist der Ost-Ampelmann inzwischen in einigen Städten zu finden. Eine Entwicklung, die Peglau mit Freude beobachtet. An diesem Freitag feiert er seinen 80. Geburtstag. Sein Wunsch: „Wenn der Ampelmann 50 wird, soll er in ganz Deutschland eingesetzt sein.“ Peglau ist gelernter Maschinenschlosser und technischer Zeichner und wurde in Bad Muskau geboren. 1954 legte er sein Diplom in Psychologie ab.

Drei Jahre später wechselte er in ein neu geschaffenes Ressort: Den Medizinischen Dienst des Verkehrswesens der DDR. Der Ampelmann sei damals eher ein „Nebenprodukt“ seiner Tätigkeit gewesen, bekennt Peglau. Am 13. Oktober 1961 reichte er seinen Entwurf als „Neuerervorschlag“ in der DDR ein. Hintergrund waren hohe Unfallzahlen im Straßenverkehr.

Designer Markus Heckhausen, dem Peglau 1996 die Nutzungsrechte für die Figur überließ, verdient jedenfalls gut mit dem Ampelmann. Inzwischen aber gefalle auch Peglau selbst die Popularität von „seinem“ Mann.

www.ampelmann.de