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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Schadenfreude: Der alte Spaß mit der Bananenschale

25.04.2020

Berlin Wann das Ausrutschen auf der Bananenschale zum Slapstick-Gag wurde, ist kaum mehr eindeutig zu klären. Fest steht aber: Der alte Witz hatte am 29. April 1915 mit Charlie Chaplin seinen ersten großen Leinwandauftritt. Im Film „By the Sea“ („An der See“) zieht es dem Hollywood-Star in seiner berühmten Rolle des „Tramps“ die Füße über der Schale weg, die er Sekunden zuvor noch selbst auf den Boden hat fallen lassen.

Seither gehört diese Pointe wohl zu den Prototypen für ein Lachen aus Schadenfreude. „Wenn ich auf einer Bananenschale ausrutsche, ist es eine Tragödie, wenn du es tust, ist es eine Komödie“, heißt es in einem Bonmot, das niemandem mehr richtig zuzuordnen ist. Ein bisschen wahr ist der Ausspruch aber wohl dennoch.

Zwei Jahre nach Chaplin wirft in Harold Lloyds „The Flirt“ der Restaurantgast achtlos eine Bananenschale weg – kurz darauf stürzt ein Kellner samt Tablett. Der Clou: Der vermeintliche Tollpatsch wird gefeuert, der Gast übernimmt dessen Job. 1927 dann rutscht in „Dick und Doof“ ein Kuchenhändler aus, was zu einem weiteren Lebensmittel-Klassiker des Stummfilms führt: der Tortenschlacht.

Jahrzehnte später versucht in einem Sketch von Loriot ein Reisender am Flughafen verzweifelt, eine halb gegessene Banane loszuwerden. Die wenig überraschende Idee: In einem unbeobachteten Moment lässt der Passagier sie fallen – und rutscht später selbst darauf aus.

„Wenn sich ein bestenfalls gut gelaunter und vor allem naiver Spaziergänger einer Bananenschale nähert, ahnt der Zuschauer, was passiert“, sagte Regisseur Bastian Reiber der Deutschen Presse-Agentur. Auch er hat die Frucht in sein Theaterstück „Prometheus“ eingebaut, das 2019 an der Berliner Schaubühne Premiere feierte. „Die Situation ist ein Versprechen.“ Das Setting Mensch und Bananenschale habe sich ins allgemeine Gedächtnis eingeprägt, so Reiber. Wenn jeder zu wissen glaube, was passiere, könne man mit dieser Erwartung spielen.

Das wusste auch schon Chaplin. Als er nämlich ein paar Jahre nach „By The Sea“ einmal gefragt wurde, wie der Bananen-Gag mittlerweile abzulaufen habe, soll er gesagt haben: „Sie zeigen eine dicke Dame, die sich nähert, danach die Bananenschale, dann beide zusammen. Dann tritt sie über die Bananenschale hinweg – und fällt daraufhin in einen Gully.“

Auch ein beliebtes Videospiel ist ohne die gelbe Pelle kaum denkbar. In Nintendos „Super Mario Kart“ von 1992 können Rennfahrer die Schleuderfallen auf die Strecke werfen und Gegner damit ins Hintertreffen bringen. Trotz mehrerer Neuauflagen des Spiels: Die Bananenschale hat sich gehalten.

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