• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Panorama

Saubere Lichtshow statt lauter Böllerei?

24.10.2019

Berlin Keine zehn Wochen mehr, dann beginnt das Jahr 2020 – und wenn es nach Umweltschützern geht, begrüßen die Deutschen es mit möglichst wenig Silvesterkrachern und -raketen. Die Umwelthilfe macht Druck auf bisher 98 Städte von Aachen bis Zwickau, im Kampf gegen gefährlichen Feinstaub die private Böllerei zum Jahreswechsel zu verbieten.

Die Bundesregierung müsse solche Verbote erleichtern, forderte Umwelthilfe-Chef Jürgen Resch am Mittwoch in Berlin. Als Spaßbremse wollte er aber nicht dastehen – und warb stattdessen für große Lichtshows zu Musik als alternativen Start ins neue Jahr.

Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) solle sich für eine Änderung der Sprengstoffverordnung einsetzen oder des Gesetzes gegen Luftverschmutzung, sagte Resch. Zwar wolle er auch ausgelassen feiern. „Die Frage ist nur: Muss diese Feier zwingend damit verbunden sein, dass wir die Luft belasten, dass wir Menschen gefährden, und dass Häuser und Wohnungen abbrennen?“ Zumindest in dicht besiedelten Innenstädten solle mit der Böllerei Schluss sein.

Neu ist die Debatte nicht – der Streit flammt jedes Jahr um Silvester herum auf. Tierschützer warnen vor Stress für Hunde und Katzen, Pferde und Wildtiere. Feuerwehr und Notärzte richten sich auf Brände und Verletzte ein. Umweltschützer warnen vor Feinstaub und tonnenweise Müll. Und Hilfsorganisationen regen an, statt Raketen und Krachern doch lieber zu spenden – das evangelische Hilfswerk Brot für die Welt etwa unter dem Stichwort „Brot statt Böller“.

Ende vergangenen Jahres fragte das Meinungsforschungsinstitut YouGov nach: Demnach sprachen sich 61 Prozent dafür aus, Silvesterknaller in Innenstädten zu verbieten. 60 Prozent fänden es richtig, wenn es in großen Städten nur noch offizielle Feuerwerke gäbe. Silvesterknaller komplett verbieten lassen wollen demnach etwa zwei von fünf Deutschen (43 Prozent).

Als die Umwelthilfe im Sommer die ersten 31 Städte zu einem Verbot der privaten Böllerei aufforderte, befürworteten das YouGov zufolge 38 Prozent „voll und ganz“, weitere 20 Prozent „eher“. Nun appelliert Resch an Böller-Kritiker, Petitionen zu starten, um sich Gehör zu verschaffen.

Der Deutsche Städtetag gibt zu dem Thema keine Empfehlung ab: Das werde unterschiedlich diskutiert, sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy, auch die baulichen Gegebenheiten in den Innenstädten seien verschieden. „Zutreffend ist, dass Verbote auf rechtliche Hürden stoßen“, sagte er. Daher sei man offen für rechtliche Änderungen. Dedy verwies auf einen Beschluss des rot-rot-grünen Berliner Senats, einen entsprechenden Vorstoß im Bundesrat einzubringen.

Grenzwerte für Feinstaub vom Typ PM10 gibt es fürs Jahresmittel und das Tagesmittel, an 35 Tagen im Jahr darf der Tagesmittelwert aber überschritten werden. Laut Umweltbundesamt werden (Stand 2016) zum Jahreswechsel rund 4500 Tonnen Feinstaub freigesetzt – rund ein Sechstel der im kompletten Jahr im Straßenverkehr abgegebenen Feinstaubmenge.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.