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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Verkehr: Erste Tabu-Zonen für E-Scooter

16.08.2019

Berlin Kreuz und quer geparkte E-Tretroller, verbotenes Slalomfahren an Fußgängern entlang auf Gehwegen, betrunkene Fahrer, Unfälle: Angesichts dieser Probleme wollen Städte die Regeln für Roller verschärfen – zum Beispiel mit Tabu-Zonen. Das ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa.

Die kommunalen Spitzenverbände und die Anbieter von E-Tretrollern verhandeln außerdem nach dpa-Informationen über eine Rahmenvereinbarung. Dabei geht es etwa um Themen wie Abstellzonen oder eine bessere Information der Nutzer über die Regeln. Es ist aber offen, ob und wann eine solche Vereinbarung zustande kommt. Die E-Tretroller sind seit zwei Monaten in Deutschland zugelassen.

Berlin

In der Hauptstadt hatte die Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne) vor Kurzem angekündigt, dass Verleihroller zunächst nicht mehr am Brandenburger Tor samt Pariser Platz und dem Holocaust-Mahnmal geparkt werden können. In den Apps mehrerer großer Verleihfirmen sind sie inzwischen als Sperrzonen eingetragen. Im Bezirk Mitte ist das Abstellen auch in allen öffentlichen Grünflächen nicht mehr möglich. Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) hatte in den vergangenen Wochen die Masse an E-Scootern und zahlreiche Verstöße der Fahrer beklagt. Es habe zahlreiche Bürgerbeschwerden gegeben. Betroffen seien vor allem Orte, die viel von Touristen besucht würden.

Für die Zukunft ist geplant, dass E-Tretroller in Berlin künftig nicht mehr auf dem Gehweg abgestellt werden – vielmehr sollen am Straßenrand eigens Flächen zum Abstellen von Leihfahrzeugen und auch privaten Rädern geschaffen werden. Dazu sollen auch Autoparkplätze umgewidmet werden. Mehrere Verleiher bieten außerdem Fahr- und Sicherheitstrainings an. Ziel der Schritte ist es, die Akzeptanz für das neue Verkehrsmittel zu erhöhen. In den ersten Wochen seit der Zulassung Mitte Juni war von vielen Seiten Kritik gekommen – unter anderem wegen verstellter Gehwege, wo die Roller zu Stolperfallen werden können.

Köln

Auch in Köln hat die Stadt mit Anbietern wie Circ, Lime und Tier ein sogenanntes Qualitätsagreement vereinbart. Darin waren auch Verbotszonen wie um den Kölner Dom und an Teilen der Rheinpromenade ausgewiesen worden. Das bedeutet, dass Nutzer in der Zone zwar fahren können, den Leih-E-Tretroller dort jedoch nicht parken dürfen. Die Zonen sind per GPS markiert und erscheinen in den Apps der Anbieter mitunter als rot markiertes Gebiet.

München

In der bayerischen Landeshauptstadt zeigt man sich gelassen. Zwar gebe es Beschwerden über geparkte E-Tretroller – die Stadtverwaltung sieht derzeit aber kein großes Problem darin. Zusammen mit Leihanbietern hatte die Stadt eine freiwillige Selbstverpflichtungserklärung zu Regeln und Auflagen erarbeitet.

Zum Oktoberfest Ende September soll es spezielle Regeln für E-Scooter rund um das Festgelände geben. Darüber stimmen sich die Behörden und die Leihanbieter aber noch ab.

Hannover

In Hannover tauchen die E-Scooter erst seit zwei Wochen auf, seit auch dort ein kommerzieller Vermieter aktiv ist. Ein Polizeisprecher sagte, es gebe bisher keine größeren Probleme. Von der Stadt hieß es, das Abstellen der Scooter in Parks sei verboten.

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