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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Welt-Aids-Tag: Neues Medikament soll HI-Virus stoppen

01.12.2017

Berlin Die tägliche Dosis gegen HIV kommt in kleinen Plastikbeutelchen von der Rolle. Das Medikament zur Vorbeugung, das sich Interessierte lange Zeit bei fragwürdigen Quellen im Ausland bestellten, ist seit Oktober in Deutschland erschwinglicher. Der Preis sank durch eine Initiative von mehreren Hundert auf 50 Euro monatlich – bezahlen müssen ihn die Bezieher aus eigener Tasche. Inzwischen sind bereits mehr als 1000 Rezepte eingelöst worden, wie der HIV-Forscher Hendrik Streeck der Nachrichtenagentur dpa sagte. Er leitet eine Begleitstudie. Die große Frage dabei: Infizieren sich von nun an nachweislich weniger Menschen mit dem Virus?

Diese Hoffnung verbinden Experten mit der 2016 in der EU zugelassenen Prä-Expositionsprophylaxe, kurz PrEP. Denn in anderen Ländern wie Großbritannien wurde in dem Zusammenhang bereits ein Rückgang beobachtet.

3070 Neuinfektionen

In Deutschland hingegen stagniert die Zahl der Neuinfektionen seit Jahren. Im Vorjahr steckten sich nach Berechnungen, die das Robert Koch-Institut (RKI) zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember veröffentlichte, 2500 Männer und 570 Frauen mit dem Immunschwäche-Virus an. Stark betroffen ist Berlin, wo Streeck nun auch viele PrEP-Verschreibungen zählt.

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Die Vorbeugung mit Ta­bletten ist für Menschen mit besonders hohem Infektionsrisiko gedacht, nicht für jedermann. Die Form der Anwendung ist recht neu, das Medikament an sich jedoch schon seit Jahren für die Therapie HIV-Infizierter zugelassen. Es enthält Wirkstoffe, die die Virusvermehrung in den Zellen hemmen und bietet bei regelmäßiger Einnahme einen hohen, aber keinen 100-prozentigen Schutz vor HIV.

Bei Menschen, die es nehmen wollen, muss sicher sein, dass sie HIV-negativ sind. Nimmt man es trotz bereits erfolgter Ansteckung, drohen Resistenzen. Eine Gefahr außerdem: Die Tabletten schützen nicht vor anderen sexuell übertragbaren Infektionen wie Syphilis. Darauf müssen Mediziner bei den Nutzern ebenso ein Auge haben wie auf mögliche Nebenwirkungen, etwa für die Niere. Noch ist aber nicht ganz klar, wie das wichtige Monitoring gesichert werden kann – denn auch dabei stehen die Zeichen auf Selberzahlen.

Der Weg zur PrEP führt bis jetzt nur über eigens geschulte Ärzte und 20- bis 30-minütige Beratungen. Bislang beteiligen sich 60 Apotheken an dem Pilotprojekt, wie der Initiator Erik Tenberken sagt.

Experten gespannt

Das RKI schreibt in einem aktuellen Bericht: „Es wird interessant sein zu verfolgen, ob die Zahl der PrEP-Nutzer so groß wird, dass sich dies auf die HIV-Neuinfektionszahlen auswirkt.“

Ein Blick nach Frankreich legt nahe, dass es wohl auch in Deutschland noch mehr Bedarf gäbe: Dort beugen Hendrik Streeck zufolge etwa 4500 Menschen mit der PrEP vor, allerdings könne sie dort auch von den Kassen übernommen werden. Eine Übernahme der Kosten auch hier fordert die Deutsche Aids-Hilfe schon länger. Und die Deutsche Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte in der Versorgung HIV-Infizierter (Dagnä) rechnete vor, dass die Prophylaxe günstiger sei als die langfristige Behandlung HIV-Infizierter. Es geht um Tausende Fälle, die demnach in den nächsten Jahren vermeidbar wären.

NWZonline.de/gesundheit
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