Frankfurt (oder) - Nach einer Bombendrohung ist am Montag das Landgericht Frankfurt (Oder) komplett geräumt worden. Es sei ein Anruf in der Behörde eingegangen, sagte Gerichtspräsident Holger Matthiessen. Näheres wurde zunächst nicht bekannt. Polizisten durchsuchten am Vormittag das abgesperrte Gebäude, in dem auch das Amtsgericht untergebracht ist. Es seien Straftaten angedroht worden, sagte ein Sprecher der Polizeidirektion Ost. Einzelheiten wollte er nicht nennen. Es gehe um die Arbeit am Gericht, hieß es lediglich.
Erst im Februar hatte es Morddrohungen im Zusammenhang mit dem Erbstreit der Entertainerin Dagmar Frederic gegeben. Der Rechtsanwalt des Klägers, Christoph C. Paul, hatte im Vorfeld eines Prozesstermins am Landgericht in Frankfurt (Oder) ein anonymes Fax erhalten.
Am Montag wurden am Gericht alle Prozesse unterbrochen, Mitarbeiter und Besucher mussten das mehrstöckige Haus verlassen. Viele Menschen versammelten sich auf dem Parkplatz. Ob Sprengstoffexperten oder Suchhunde im Einsatz waren, sagte der Polizeisprecher nicht. Die Ermittlungen liefen, hieß es. Ob auch angrenzende Behördengebäude evakuiert wurden, war zunächst nicht bekannt.
Am Montag war zum Beispiel der Prozess gegen den mutmaßlichen „Maskenmann“ fortgesetzt worden. Der 46 Jahre alte Angeklagte soll zwei Berliner Millionärsfamilien brutal überfallen und einen Manager entführt haben. Ihm wird auch versuchter Mord vorgeworfen. Am selben Tag sollte auch die Verhandlung wegen einer Gewaltorgie im Rockermilieu fortgesetzt werden.
