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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Geheimnisvolle Wesen der Nacht

23.08.2017

Bonn /Münster /Oldenburg In China gelten sie als Glücksbringer, in Europa dagegen haben Fledermäuse immer noch einen eher schlechten Ruf. Dabei betätigen sich die erstaunlichen Tiere nicht als Blutsauger – im Gegenteil: Sie schützen den Menschen sogar vor lästigen Insekten. Pro Nacht vertilgen sie bis zu 4000 davon. Dennoch sind die meisten der 25 Fledermausarten in Deutschland vom Aussterben bedroht – auch, weil ihnen der moderne Mensch mit Mobilfunkmasten und Windrädern das Leben immer schwerer macht. Vor diesem Hintergrund bietet die internationale „Batnight“ Gelegenheit, die flinken Flieger aus nächster Nähe zu erleben. Sie findet am Wochenende (26./27. August) weltweit in über 35 Ländern statt.

„Fledermäuse entsprechen nicht so unserem ästhetischen Empfinden, sind aber ökologisch äußerst wichtig“, sagt der Leiter des Instituts für Theologische Zoologie an der Philosoph-Theologischen Hochschule Münster, Rainer Hagencord. Es sei auch Aufgabe von Christen, auf die Belange dieser Tiere hinzuweisen. „Deshalb begrüße ich es sehr, dass es die Batnight gibt“, so der katholische Theologe.

Für das letzte August-Wochenende hat der Naturschutzbund (Nabu) schon bundesweit über 150 Angebote zusammengetragen; die Hauptveranstaltung findet diesmal in Oldenburg statt. Zur 20. Batnight im vergangenen Jahr gab es rund 250 Aktionen, von der abendlichen Schiffstour mit Fledermaus-Suchgerät „Bat-Detektor“ über das bunte Fledermaus-Familienfest, die Nachtwanderung mit Fangnetz bis hin zur Inaugenscheinnahme der geflügelten Tiere in Dächern und Türmen von Kirchen. Denn hier suchen sie besonders gerne Unterschlupf zum Brüten und Überwintern.

Das großzügige Platzangebot und der verborgene Zugang gibt den Tieren die Chance, relativ ungestört zu sein, so die Tierschützer. Zudem bieten Kirchendachstühle je nach Witterung eine kühle oder eine warme Umgebung. Um diese alternativen Brutstätten zu fördern, hat der Nabu 2007 die Initiative „Lebensraum Kirchturm“ gegründet. In knapp zehn Jahren erhielten mehr als 800 Kirchen bundesweit die Auszeichnung, weil sie Eulen, Turmfalken, Dohlen, Fledermäusen oder Hausrotschwänzen Brutmöglichkeiten eröffnen und Nistkästen aufhängen. Eine typische Kirchenfledermaus ist das Große Mausohr, mit gut 40 Zentimetern Flügelspannweite die größte heimische Art. „Sie verbringt mehr Zeit in der Kirche als der Pastor“, heißt es über sie. Vor allem im Sommer begeben sich die Weibchen in die Kirchendachstühle, um dort ihre Jungen zur Welt zu bringen und aufzuziehen. In diesen großen „Wochenstuben“ können sich um die 2000 Tiere sammeln – kopfüber hängend an Dachbalken und Mauern.


     www.nabu-oldenburg.org 

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Naturschutzbund Deutschland | NABU