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NWZonline.de Nachrichten Panorama

So sehr lieben die Deutschen ihre Hunde

17.06.2019

Bonn Die Welt scheint immer unübersichtlicher und chaotischer zu werden, und nur noch wenig scheint Bestand zu haben und Menschen zu erden. Vielleicht ist auch das ein Grund, warum sie ihr Leben so gerne mit einem Hund teilen. Egal, was es für Überraschungen bereit hält - der Vierbeiner bleibt und geht mit seinem Menschen durch verrückte Zeiten.

„Hunde kommen in unser Leben, um zu bleiben. Sie gehen nicht fort, wenn es schwierig wird“, hat Pablo Picasso einmal über die Mensch-Hund-Beziehung gesagt. Ein Hund entscheide sich einmal für den Rest seines Lebens, wem er sein Herz schenke. „Er fragt sich nicht, ob er wirklich mit uns alt werden möchte. Er tut es einfach.“

Forscher gehen heute davon aus, dass die besondere Beziehung vor rund 40.000 Jahren mit dem Übergang vom Wolf zum Hund begann. Dieser schloss sich lieber dem Menschen als Sozialpartner an, als weiter mit seinen Artgenossen umherzuziehen. Zugleich machte er sich aufgrund seiner besonderen Sinnesleistungen und Kooperationsbereitschaft als Wach- und Jagdhund nützlich.

Heute werden Hunde noch weit vielseitiger eingesetzt: als Servicehunde für Blinde und Rollstuhlfahrer, als Therapiebegleit- und Besuchshunde. Und dank ihrer außerordentlich guten Nasen mit bis zu 220 Millionen Riechzellen - schlappe fünf Millionen hat der Mensch - sind sie diesem bei besonderen Aufgaben um viele Nasenlängen voraus: bei der Vermisstensuche, beim Aufspüren von Drogen und beim Erschnüffeln von Krebsgeschwüren. Dank ihrer sensiblen Wahrnehmung können sie auch Epileptiker vor einem drohenden Anfall oder Diabetes-Patienten vor Unterzuckerung warnen.

Für die meisten Halter sind Hunde dennoch zunächst vor allem eins - ein Familienmitglied. Gemeinsame Spaziergänge, Alltagserledigungen und Urlaube - das schweißt auch emotional zusammen. Diese enge Verbindung lassen sich die Deutschen einiges kosten. Laut einer Heimtierstudie der Universität Göttingen sorgt die Hundehaltung in Deutschland jedes Jahr für einen Umsatz von rund 4,6 Milliarden Euro; fast 100.000 Arbeitsplätze hängen an diesen Tieren - in der Tierfutter- und Zubehörproduktion, im Bereich der Tiergesundheit, der Hundeausbildung und Unterbringung.

Dennoch weiß niemand so ganz genau, wie viele Hunde derzeit überhaupt in Deutschland leben - auch nicht der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH), der rund 600.000 Mitglieder vertritt. „Im statistik-verliebten Deutschland gibt es zum Thema Hund wenig harte Fakten“, sagt Verbandssprecher Udo Kopernik. Neben Polen und Tschechien sei Deutschland „das einzige EU-Mitglied, in dem es keine Registrierungspflicht für Hunde gibt“.

Bei aller Liebe - dass Hund und Halter harmonisch durch den Alltag kommen, ist eine Herausforderung. Und weil es vielen so geht, erfreuen sich Coachingformate im Fernsehen großer Beliebtheit, die versuchen, Hund und Herrchen wieder auf die Spur zu bringen.

Und doch scheint bei vielen Hundehaltern - allen Problemen mit dem haarigen Wesen zum Trotz - noch etwas anderes mitzuschwingen. Sein Leben mit einem Hund zu teilen, ist für viele „ein ganz besonderes Lebensgefühl“. So beschreibt es die renommierte Wolfsforscherin Elli Radinger in ihrem Bestseller „Die Weisheit alter Hunde“. In der Gegenwart von Hunden erfahre sie eine Art spiritueller Verbindung. „Wir sprechen eine Sprache und verstehen einander ohne Worte, verbunden durch den Blick in ihre Augen, das Streicheln ihres samtweichen Fells.“

Zugleich weiß Radinger, wie seltsam dieses Lebensgefühl auf Nicht-Hundehalter wirkt. „Als Hundehalter fühlen wir uns oft wie Mitglieder einer Geheimorganisation, die niemand sonst versteht.“

Für die Forscherin stehen Hunde für bedingungslose Liebe - und die gilt auch umgekehrt: Sie schreibt von einem Obdachlosen, der bereit gewesen wäre, seine Niere zu spenden, um Tierarztkosten für seinen Vierbeiner finanzieren zu können. Ob jemand mittellos oder Millionär ist - aus Sicht der Forscherin sorgt das Zusammenleben mit Hunden für tiefe Zufriedenheit und ein Gefühl des Angenommenseins in der Welt. Für Radinger gilt: „Heimat ist da, wo der Hund ist“.

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