Borkum - „Öy“ sagen Borkumer an Stelle von „Hallo“ und „Tschüss“, aber auch wenn sie begeistert sind. Klar, dass die neue Wassersportbasis der passionierten Kite-Surfer Wilke Brinkmann und Jörn Donat „Öy“ heißt.
Denn beide sind begeisterte Wassersportler, die sich mit der Basis einen Traum erfüllt haben. Die jungen Männer sind auf Borkum aufgewachsen und haben mehrere Jahre auf dem Festland gelebt. Wilke Brinkmann stammt aus einer Strandseglerfamilie. Schon als Kind war er also die meiste Zeit am Meer. Inzwischen hat er sein Sportrevier aber klar aufs Wasser verlegt.
Auch beruflich hat der 32-Jährige schon immer mit Wasser zu tun. Er ist gelernter Meister für Bädertechnik und hat unter anderem in Oldenburg, Bielefeld und Rastede gearbeitet – bevor es ihn wieder auf die Insel zog. Dort kümmerte sich der Bullifahrer und Bauchmensch zuerst um die Technik im ,Gezeitenland’.
Wellenreiten mit acht
Jörn Donat zog es schon immer aufs Wasser. Mit acht Jahren begann er mit dem Wellenreiten. Mit 13 Jahren stieg er aufs Kiten um. „Das geht an der Nordsee besser. Wind hast du hier häufiger als Welle“, erklärt der 23-Jährige. Wind spielt auch bei seinem Beruf eine Rolle, denn Jörn Donat hat nach der Schule Segelmacher in Emden gelernt – „alles, vom Sonnen- bis zum Bootssegel“.
Doch auch ihn zog es wieder auf die Insel. Erst arbeitete er im elterlichen Raumausstatterbetrieb, bis er sich zusammen mit Wilke Brinkmann an der Ausschreibung für die Wassersportbasis beteiligt. Sie bekamen den Zuschlag Nach einem Jahr Planung, Behördenkram und werkeln am Container am Südstrand war es Ostern endlich so weit: Der Traum von der Wassersportschule ist wahr geworden.
Perfekte Bedingungen
Wie gut die Borkumer Strände fürs Kitesurfen und Stand-up-Paddling geeignet sind, kann Jörn Donat bestens beurteilen. Schließlich hat er 2019 und 2020 an der GKA Kitesurf World Tour teilgenommen. Er kennt also auch Weltklassespots wie Mauritius, die Kapverden, Spanien, Brasilien und Sylt. Doch Borkum braucht den Vergleich nicht zu scheuen: „Hier gibt es viele schöne Strände und es ist nicht so voll wie an anderen Orten. Außerdem haben wir in der Bucht Flachwasser ohne Wellen. Das ist super für Anfänger, weil sie da schneller Erfolgserlebnisse haben. An der Nordseite haben wir Wellen. Privat fahre ich natürlich da.“
Ist das besser als eine Weltcup-Teilnahme? „Es ist eine andere Art zu fahren. Im Wettkampf musst du den Freundschaftsgedanken ein bisschen wegkriegen, ernster bleiben. Wassersport war für mich immer, mit Freunden unterwegs sein, Spaß haben. Das ist im Wettbewerb nicht so, das hat mir gefehlt.“
Lustige Videos
Spaß mit Freunden und Gästen hat der Frühaufsteher auf Borkum. Das zeigen auch einige Öy-Videos auf Youtube: Da wird ein Am-Strand-Rumsteher vor einem Drachen gerettet, die Getränkelieferung nach einem spektakulären Kite-Manöver erfolgt im Handumdrehen oder ein Wellenreiter erlebt eine Überraschung, als er sein Board auspackt.
Seit der Eröffnung der Wassersportbasis ist allerdings kein neues Video dazugekommen. Dafür bleibt gerade keine Zeit. „Im Sommer ist halt Vollgas-Arbeit angesagt“, so der Perfektionist Donat. Im Winter kann er auch mal wieder an Wettkämpfen teilnehmen. Aber gerade „wenn man schon andere Strände gesehen hat, weiß man zu schätzen was man an der Insel hat.“
