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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Charlie Sheen wurde wegen HIV-Erkrankung erpresst

18.11.2015

New York Charlie Sheen (50) ist HIV-positiv. Er habe aber kein Aids, betonte der Schauspieler am Dienstag in der „Today“-Show des New Yorker Senders NBC. „Ich muss einräumen, dass ich in der Tat HIV-positiv bin“, sagte der für seine Exzesse bekannte Star aus der Fernsehserie „Two and a Half Men“. Er sagte zugleich, dass er wegen der Infektion um Millionen erpresst worden sei.

Vor vier Jahren habe er die Diagnose bekommen. „Es fing mit Kopfschmerzen und Schweißattacken in der Nacht an“, sagte Sheen. „Nach den ganzen Tests und all dem Mist war dann klar, was es ist.“ Sein Arzt sagte, dass Sheen sofort starke Medikamente bekommen habe, ihm gehe es gut damit. „Er ist gesund, er hat kein Aids. Und es gibt eine unglaublich niedrige Wahrscheinlichkeit, jemanden anzustecken“, sagte Dr. Robert Huizenga.

Allerdings habe er auch anschließend ungeschützten Sex gehabt, sagte Sheen. Und er habe jedem Sexpartner vorher erzählt, dass er infiziert sei.

Sheen sagte auch, dass er erpresst worden sei. „Eine Prostituierte hat ein Foto von den Medikamenten gemacht und hinterher Geld gefordert.“ Er habe an mehrere Menschen gezahlt, „insgesamt muss das mehr als eine Million gewesen sein“. Eine Million Dollar sind gut 930 000 Euro. Der Sender NBC berichtete gar von etwa zehn Millionen Dollar (9,3 Millionen Euro). Deshalb sei seine finanzielle Situation „nicht großartig“, sagte Sheen, der einst der bestbezahlte Fernsehschauspieler war. Gefragt, ob er noch immer zahle, sagte Sheen: „Von heute an nicht mehr.“ Er mache es öffentlich, „um mich selbst aus diesem Gefängnis zu entlassen“.

Bekannt geworden war der 50-Jährige 1986 durch seine Hauptrolle in Oliver Stones Vietnamdrama „Platoon“. Im Jahr darauf war er an der Seite seines Vaters Martin Sheen in „Wall Street“ zu sehen. Sheen glänzte auch mit Rollen in den Sitcoms „Spin City“ und vor allem ab 2003 in „Two and a Half Men“. Die Hauptrolle des Charlie Harper hatte er im Jahr 2011 nach mehreren öffentlich gewordenen Eskapaden verloren. Der 50-Jährige war dreimal verheiratet und hat fünf Kinder.

Die Deutsche Aids-Hilfe sieht Sheens Erklärung als Gelegenheit, das Thema HIV und Aids wieder mehr in den Mittelpunkt zu rücken. „Aids kann heute bei rechtzeitiger Behandlung der HIV-Infektion verhindert werden, Menschen mit HIV haben eine fast normale Lebenserwartung“, sagte Manuel Izdebski vom Vorstand des Verbandes.

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