Düsseldorf - Nach einem Jahr Pause und heftiger Kritik an der Vergabepraxis wurde am Mittwochabend in Düsseldorf der Deutsche Fernsehpreis 2016 verliehen. Anders als in den vergangenen Jahren wurden die besten Schauspieler, Schauspielerinnen und Produktionen in mehr als 20 Kategorien nicht bei einer Fernsehgala gewürdigt, sondern im Rahmen eines „Branchentreffens“ in den Rheinterrassen – ganz ohne Fernsehzuschauer. Moderiert wurde die Veranstaltung von Barbara Schöneberger.

Die ARD-Produktion „Nackt unter Wölfen“ wurde als bester Film gefeiert. Der Film nach dem Buch von Bruno Apitz erzählt die Geschichte vom Überleben eines Kindes im Konzentrationslager Buchenwald.

Der „Club der roten Bänder“ (Vox) wurde als beste Serie ausgezeichnet. Die Produktion zeigt den Alltag mehrerer Jugendlicher in einem Krankenhaus. „Für uns ist heute Abend ein großer Traum wahr geworden“, sagte Schauspieler Damian Hardung. Die Serie hatte harte Konkurrenz: „Weinberg“ (TNT Serie) und „Deutschland 83“ (RTL).

Letztere bekam wurde in einer anderen Kategorie bedacht: „Deutschland 83“-Hauptdarsteller ,Jonas Nay durfte sich über die Auszeichnung als bester Schauspieler freuen: „Das ist mein erster Schauspielpreis, den werde ich für immer in Ehren halten“, sagte der 25-Jährige. Nay war wegen seiner Leistungen in der von Kritikern gelobten und doch beim Zuschauer durchgefallenen TV-Spionageserie sowie in „Tannbach – Schicksal eines Dorfes“ (ZDF) nominiert.

Den Preis für die beste Schauspielerin bekam Ina Weisse. Die 47-Jährige wurde für ihre Darstellungen in „Ich will dich“ (ARD) und „Ein großer Aufbruch“ (ZDF) gewürdigt.

Ehrenpreisträger 2016 ist der Enthüllungsjournalist Günter Wallraff. „Ein Ehrenpreis fürs Lebenswerk, da erschrickt man erst mal. Ich hatte bislang gedacht, ich hätte mich nicht aufs Altenteil gesetzt“, sagte der 73-Jährige. Er sei es nicht gewöhnt, geehrt zu werden. Aber: „Vielleicht hab ich’s sogar verdient.“ Wie kein Zweiter habe sich Wallraff in seinem mehr als 50-jährigen Berufsleben um den investigativen Journalismus in Deutschland verdient gemacht, hieß es zur Begründung der Jury-Entscheidung.