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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Coronavirus In New York: Stillstand in der Stadt, die niemals schläft

25.03.2020

New York Gelbe Osterglocken, weiße Schneeglöckchen, lilafarbene Krokusse: Im New Yorker Central Park ist der Frühling ausgebrochen. Die Sonne strahlt vom Himmel, Gitarrenmusik klingt über die Wiesen. „Ich spiele hier, um die Anspannung etwas abzumildern“, sagt der Straßenmusiker und lächelt erschöpft.

Denn das hier ist kein normaler Frühlingstag in New Yorks beliebtestem Park. Deutlich weniger Menschen als sonst sind unterwegs. Viele tragen Masken. Alle halten Abstand – so gut das in der am dichtesten besiedelten Stadt der USA eben möglich ist.

Schnell und drastisch

Die Coronakrise ist in New York angekommen – und das schnell und drastisch: Am 1. März wurde das Virus erstmals in Manhattan nachgewiesen, rund drei Wochen später liegt die Zahl der Fälle – auch aufgrund sprunghaft angestiegener Tests – bereits bei mehr als 25 000. Rund 125 Menschen sind in der Stadt bereits an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben.

Die drei Wochen seit dem ersten Fall haben New York – die Stadt, die normalerweise sprichwörtlich niemals schläft – radikal verändert. Als die Corona-Zahlen jeden Tag weiter in die Höhe kletterten, verordneten Bürgermeister Bill de Blasio und Gouverneur Andrew Cuomo der Stadt weitestgehend Stillstand: Inzwischen sind alle Schulen, Universitäten, Fitnessstudios und „nicht-lebensnotwendigen“ Geschäfte zu. Am berühmten Broadway sind die Lichter aus, die Luxus-Boutiquen an der Fifth Avenue sind geschlossen. Das Museum of Modern Art, die Metropolitan Oper oder die Carnegie Hall sind dicht.

Weltbekannte Orte wie der Times Square, wo sich Millionen New Yorker sonst zwischen fotografierenden Touristen hindurch drängeln, liegen oft fast menschenleer.

Die Aussichten sind düster: Das Virus dürfte sich in den vergangenen Wochen schon ausgiebig unter den Menschen der Metropole verbreitet haben. Fast 30 Prozent der Tests kommen positiv zurück – im Rest des Landes liegt dieser Schnitt bei acht Prozent. Es werde nicht mehr lange dauern, bis die Krankenhäuser nicht mehr in der Lage sein würden, alle Corona-Patienten zu behandeln, warnt Gouverneur Cuomo. Ihm zufolge könnte der Höhepunkt der Infektionen in der Stadt in zwei bis drei Wochen erreicht sein, bis dann würden etwa 140 000 Betten gebraucht. Cuomo sagte, er habe kein Problem damit, die Schlafsäle von Universitäten oder Hotels zu Krankenhäusern umzufunktionieren: „Ich werde diesen Staat auf den Kopf stellen.“ Mehrere Behelfs-Krankenhäuser sollen eingerichtet werden, ein Lazarettschiff der US Navy ist auf dem Weg in den Hafen.

Menschenleer und düster

Mit einer baldigen Besserung rechnen nur noch die Wenigsten. „Der April wird schlimmer als der März“, sagt Bürgermeister de Blasio. „Und ich fürchte, der Mai wird noch schlimmer als der April.“ Das Ausmaß der Auswirkungen auf die eigentlich boomende Wirtschaft der Millionenmetropole will sich dieser Tage niemand wirklich ausmalen.

New York, geprägt von hart arbeitenden Einwanderern aus aller Welt, lässt sich Laune, Optimismus und Hilfsbereitschaft nicht nehmen. „Kopf hoch“, steht auf einem Schild an einem Geschäft auf der Upper East Side. Allein in den vergangenen 20 Jahren hat die Millionenmetropole die Terroranschläge vom 11. September 2001, die Finanzkrise von 2008 und den Wirbelsturm Sandy 2012 überstanden – und ist immer gestärkt daraus hervorgegangen.

Ergänzend dazu: Der Liveblog mit den nationalen und internationalen Entwicklungen.

Eine Übersicht zu allen bisherigen Artikeln zum Thema gibt es im Coronavirus-Spezial.

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