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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Klimaschutz ja, Hysterie nein

15.01.2020

Darmstadt „Klimahysterie“ ist das „Unwort des Jahres“ 2019. Menschen, die am menschengemachten Klimawandel zweifeln, gibt es reichlich. Aber auch in Deutschland finden viele, das Dauerthema Klimaschutz werde zu wichtig genommen. Der Begriff „Klimahysterie“ sei von mehreren Vertretern von Politik, Wirtschaft und Medien benutzt worden, bilanzierte die sprachkritische Aktion „Unwort des Jahres“ am Dienstag in Darmstadt.

So hatte beispielsweise der AfD-Politiker Alexander Gauland im Juni vergangenen Jahres gesagt: „Die Klimahysterie der anderen Parteien wird die AfD nicht mitmachen.“ Mit dem Wort würden Klimaschutzbemühungen und die Klimaschutzbewegung diffamiert und wichtige Debatten zum Klimaschutz diskreditiert, sagte die Sprecherin der Jury, Nina Janich.

Der Begriff pathologisiere pauschal das zunehmende Engagement für den Klimaschutz als eine Art kollektive Psychose. „Vor dem Hintergrund wissenschaftlicher Erkenntnisse zum Klimawandel ist das Wort zudem irreführend und stützt in unverantwortlicher Weise wissenschaftsfeindliche Tendenzen“, urteilte die unabhängige, sprachkritische Aktion.

Einige sehen in der Wahl der Jury den genau richtigen Fingerzeig. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) lobte insbesondere die Begründung der Jury: Es könne nicht sein, dass man notwendige Dinge als Hysterie bezeichnet – „also so tut, als wären wir krank“.

Auch der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) reagierte erfreut: „Klimahysterie hat es geschafft und ist das Unwort des Jahres. Die Jurybegründung unterschreiben wir“, twitterte der Verein.

„Klimahysterie“ als Unwort treffe den Nagel auf den Kopf, urteilte der klimapolitische Sprecher der Linken im Bundestag, Lorenz Gösta Beutin. Historisch verheerende Waldbrände von Australien bis Brasilien zeigten, wie die Klimakrise Fakt und eine Bedrohung für den Großteil der Menschheit sei.

Das Unwort wird seit 1991 gekürt. Als weitere Unwörter sah die Jury den auch von AfD-Politikern benutzten Begriff „Umvolkung“ als Teil einer rechtsextremen Verschwörungstheorie, sowie „Ethikmauer“. Insgesamt wurden dieses Mal 671 Einsendungen mit 397 Vorschlägen eingereicht. Die Zahl der Einsendungen ging damit erneut zurück. 2018 waren es mehr als 900 gewesen.

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