DEN HAAG - DEN HAAG/DPA - Die Liste der Beschuldigungen gegen einen in Bayern inhaftierten mutmaßlichen Serienmörder wird immer länger. Der 48-jährige Fernfahrer, der bereits sechs Morde gestanden hat, wird nun wegen 13 weiterer Morde oder Mordversuche verdächtigt. Das bestätigte am Dienstag ein Sprecher von Eurojust, der Koordinationsstelle der Staatsanwaltschaften in der Europäischen Union in Den Haag.
Der Deutsche war im November vergangenen Jahres in der Nähe von Köln festgenommen worden. Der Hinweis auf ihn kam von der spanischen Polizei. In Spanien war der Lastwagenfahrer von einer Beobachtungskamera gefilmt worden, als er versuchte, sich der Leiche eines seiner Opfer zu entledigen.
Laut Eurojust hat der Mann den Mord an fünf Prostituierten in Spanien und Frankreich zugegeben. Außerdem gestand er, 1974 im Alter von 15 Jahren in Plauen eine 14-jährige Mitschülerin umgebracht zu haben. Die DDR-Justiz hatte den Fall damals nicht lösen können.
Die Staatsanwaltschaft in Hof, wo der Mann zuletzt wohnte, schaltete Eurojust ein, um die Frage zu klären, in welchem Land dem mutmaßlichen Serienmörder der Prozess gemacht werden soll. Bei einem Treffen der beteiligten Staatsanwaltschaften am 14. März in Den Haag seien weitere 13 Fälle zusammengetragen worden, in denen der Deutsche als Verdächtiger gilt, erläuterte der Eurojust-Sprecher. Dabei gehe es um Morde und Mordversuche, sagte er ohne dies näher aufzuschlüsseln. Die meisten der Opfer seien Prostituierte gewesen. Es würden noch mehr ungeklärte Fälle untersucht.
Bei Eurojust wurde vereinbart, dass der Beschuldigte in Deutschland angeklagt werden soll. Zuständig ist die Staatsanwaltschaft in Hof.
