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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Der ewige Bademeister wird 60

16.07.2012

LOS ANGELES Aus irgend­einem Grunde hält sich in den Vereinigten Staaten das Gerücht, die Deutschen würden David Hasselhoff lieben. Auch in Europa ist er zwar längst abgemeldet, aber immerhin: Seine Serie „Baywatch“ über die Rettungsschwimmer von Malibu wird ständig irgendwo wiederholt, und deutsche Autoveredler verkaufen nach wie vor Leuchtleisten, die zumindest äußerlich aus jedem noch so alten Wagen ein Wunderauto wie „K.I.T.T“ aus der Serie „Knight Rider“ machen. David Hasselhoff, Erfolgsgarant der 80er und 90er Jahre, wird 60.

Immerhin hat alles in Deutschland begonnen. Nicht in Hasselhof bei Kassel, wie Hasselhoff einst dachte. Stattdessen ist Meta Hasselhoff 1865 aus Völkersen bei Bremen nach Baltimore ausgewandert. 87 Jahre später wurde in eben diesem Baltimore ein Knabe geboren und David Michael Hasselhoff genannt – auch wenn er sich später gern „The Hoff“ nennen ließ.

Das taten einige schon in der Schule und an der Universität, wo der große, kräftige Lockenkopf beliebt war. Hier spielte er auch schon in Theaterstücken mit. Mit 23 ergatterte er die Rolle des Arztes „Snapper“ Foster in „Schatten der Leidenschaft“. Die Serie läuft immer noch – jeden Tag seit fast 40 Jahren – und ist ein Stück amerikanisches Kulturgut. Sieben Jahre war Hasselhoff dabei, dann wurde er Michael Knight, der Mann, der mit seinem Auto spricht.

Das tun viele Männer, aber dieser Wagen antwortete. Und half seinem Fahrer bei der Jagd nach Ganoven. „K.I.T.T.“ war kugelsicher und dank künstlicher Intelligenz zuweilen dem Fahrer überlegen.

„Looking For Freedom“ war 1989 nicht sein erstes Lied, und er war auch nicht der Erste, der es sang. Aber irgendwie passten der Song und sein Sänger zur Stimmung von 1989: Ich habe nach Freiheit gesucht. Nach dem Nummer-1-Hit wurde Hasselhoff sogar nachgesagt, er fühle sich für den Fall der Berliner Mauer zumindest mitverantwortlich. „Kompletter Müll“, sagte er 22 Jahre später in einem Interview.

Der Sänger Hasselhoff war tatsächlich vor allem in Deutschland erfolgreich. Mit der Serie „Baywatch“ räumte er weltweit ab. War die Handlung auch dünn – weltweit sahen zeitweise eine Milliarde Menschen zu, wenn Pamela Anderson oder Carmen Electra in knappen roten Badeanzügen in Zeitlupe über den Strand schwebten. „Baywatch“ verkaufte sich in mehr als 140 Länder und wurde zur erfolgreichsten Serie des 20. Jahrhunderts. Hasselhoff war als Bademeister Mitch Buchan­non mit dabei.

Danach kam nicht mehr viel. Immerhin hatte David Hasselhoff genug Humor, sich in einigen Filmen auf die Schippe zu nehmen. Doch richtig viele Zuschauer hatte nur ein Video, dass seine Tochter von ihm 2007 machte: Hasselhoff versucht volltrunken, einen Hamburger zu essen. „Jeder hat Probleme, meine sind nur ein bisschen besser dokumentiert“, sagte er später.

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