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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Der Inbegriff des Staranwalts

24.12.2015

München Er wolle „im Sattel“ sterben, hat er stets angekündigt. Noch bis ins hohe Alter von über 80 Jahren eilte der Star-Anwalt Rolf Bossi von Termin zu Termin, vertrat Mörder, Ganoven und viele Promis in Deutschland. In den vergangenen Jahren war es allerdings ruhig geworden um den Verteidiger. Er starb nun im Alter von 92 Jahren.

Er vertrat Romy Schneider bei ihrer Scheidung sowie Ingrid van Bergen, die 1977 ihren Geliebten erschossen hatte. Der Prominentenanwalt verteidigte auch eine Reihe grausamer Täter wie den Jungenmörder Jürgen Bartsch und den Frauenmörder Fritz Honka, der jahrelang die zerstückelten Leichen seiner Opfer zu Hause aufbewahrt hatte. Ein Geiselnehmer von Gladbeck sowie der Entführer des Industriellenerben Richard Oetker zählten ebenfalls zu seinen Mandanten.

Zu seinem 85. Geburtstag zog Bossi in einer Autobiografie „Hier stehe ich“ Bilanz – „damit ich mich nicht nur mit Missständen in unserem Land, in unserem Staat, in unserer Justiz auseinandersetze, sondern auch selbstkritisch mich selbst darstelle“, wie er damals sagte. Er räumte Fehler im Privatleben ein, im Umgang mit seiner Tochter Marion, die drogenabhängig war und 2006 an Krebs starb.

Der Anwalt, der mit Ende 70 nach dem Tod seiner Frau zum zweiten Mal heiratete, berichtete darin auch von seinem erst im Alter entdeckten Glauben.

Bossi hatte nach der Hinrichtung seines Vaters durch die Nazis beschlossen, Anwalt zu werden. In seinem ersten Prozess paukte er einen Postbeamten heraus, der Einschreibesendungen unterschlagen hatte, um die Pflege seines behinderten Kindes zu zahlen. Die erfolgreiche Revision im Fall Jürgen Bartsch machte Bossi um 1970 bundesweit bekannt.

Der Metzgergeselle, selbst von klein an herumgestoßen, eingesperrt und missbraucht, hatte vier Jungen in einem Luftschutzstollen ermordet und ihre Leichen bei Kerzenschein zerstückelt. Bei der ersten Tat war er 15 Jahre alt.

Nachdem Bartsch zunächst zu lebenslangem Zuchthaus verurteilt worden war, erreichte Bossi eine zehnjährige Jugendstrafe. Bossi trug maßgeblich dazu bei, die Psychologie in die Gerichte zu bringen.

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