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Aktualisiert vor 2 Minuten.

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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Justiz: Peiniger von Lügde gestehen Missbrauch

28.06.2019

Detmold /Lügde Unbeteiligt wirken sie, irgendwie teilnahmslos, diese drei Angeklagten. Zwei halten sich Aktendeckel vors Gesicht, als sie am Donnerstagmorgen den Gerichtssaal unter Blitzlichtgewitter betreten. Was ihnen vorgeworfen wird, ist erschütternd: Hundertfach sollen Kinder und Jugendliche skrupellos sexuell missbraucht und vergewaltigt worden sein – über 20 Jahre hinweg.

34 Jungen und Mädchen wurden laut Anklage Opfer, vor allem auf einem Campingplatz im nordrhein-westfälischen Lügde bei Detmold. Seit Monaten herrscht darüber bundesweit Entsetzen und Fassungslosigkeit, die Ausmaße sind unvorstellbar. Nun stehen die mutmaßlichen Peiniger der teilweise erst vier oder fünf Jahre jungen Opfer vor Gericht.

Was zum Auftakt des Detmolder Prozesses um einen der wohl drastischsten Fälle von Kindesmissbrauch noch niemand ahnt – dass vier Stunden später die beiden Hauptangeklagten Andreas V. (56) und Mario S. (34) umfassend gestehen würden. Wenig später folgt auch Heiko V. (49), der nicht selbst Gewalt ausgeübt haben, aber per Webcam bei den Misshandlungen zugesehen und teils dazu angestiftet haben soll.

Regungslos sitzen sie auf der Anklagebank. Nur Mario S. sagt auf Fragen der Vorsitzenden Richterin Anke Grudda: „Ich schäme mich.“ Fehlanzeige dagegen bei Andreas V. Klar ist dennoch: Für die Opfer ist dieser Donnerstag ein guter erster Verhandlungstag – die Chancen, dass sie als Zeugen nicht noch einmal die erlittenen Qualen beschreiben müssen, sind hoch.

„Zweifelsohne abscheulich“ und „erschreckend“ seien die vorgeworfenen Taten, sagt Richterin Grudda am Anfang. Für die Opfer wäre es eine extreme Belastung, sie anzuhören, betont sie. Am Freitag sollen misshandelte Kinder daher zwar befragt werden, aber nicht zu den Taten. Man will sich ein Bild machen, wie es ihnen heute geht.

Und das möglichst behutsam. Denn einige Opfer waren noch im Kita-Alter, als die Torturen in zwei Unterkünften auf dem Campingplatz an der Grenze zu Niedersachsen oder in der Wohnung von Mario S. laut Anklage begannen.

Um die Opfer zu schützen, müssen auch alle Zuhörer und Medienvertreter raus, bevor die zwei Anklageschriften verlesen werden. Die Namen und Adressen der Jungen und Mädchen werden genannt, sie sind also leicht identifizierbar. Da könne man ihnen „gleich ein Kreuz auf die Stirn malen“, ruft ein Opferanwalt. Als Nebenkläger sind 28 Opfer zugelassen. Sie werden von 18 Anwälten vertreten.

Den aus dem Verhandlungsraum geschickten Prozessbeobachtern dürften schier unerträgliche Schilderungen erspart geblieben sein. Fast anderthalb Stunden lang werden die Gräuel vorgetragen, die die Staatsanwaltschaft auf rund 100 Seiten zusammengefasst hat.

Wer nach der Verlesung aus Saal 165 kommt, wirkt geprügelt. Opferanwalt Roman von Alvensleben schildert, es sei auch für die Verfahrensbeteiligten, die sich mit den meisten Details bereits vertraut machen mussten, „nicht ganz leichtes Brot“ gewesen.

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