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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Neuer Prozess: Die Suche nach der Wahrheit geht weiter

17.06.2016

Augsburg Die Entführung von Ursula Herrmann vor 35 Jahren beschäftigt in einem neuen Verfahren das Landgericht Augsburg. Die Zehnjährige war 1981 am Ammersee in Bayern entführt und in eine vergrabene Kiste gesperrt worden, in der sie nach Stunden erstickte. Seit Donnerstag verhandelt eine Zivilkammer eine Klage von Ursulas Bruder Michael Herrmann, der von dem zu lebenslanger Haft verurteilten Erpresser 20 000 Euro Schmerzensgeld verlangt.

Nach rund einstündiger Verhandlung vertagte das Gericht auf den 14. Juli. Dann will die Kammer bekanntgeben, wie es in dem Fall weitergeht. Ein Urteil soll dann noch nicht verkündet werde.

Zu Beginn des Verfahrens am Donnerstag war ein Güteversuch des Gerichts gescheitert – beide Seiten lehnten diesen ab. Dann begann die Hauptverhandlung, in der das Gericht Herrmann zu seinen gesundheitlichen Beeinträchtigungen befragte. Der 52-Jährige macht geltend, dass er wegen des Prozesses gegen den verurteilten Täter seit dem Jahr 2010 einen Tinnitus habe, der ihn als Musiker und Lehrer sehr störe.

Der Fall Herrmann zählt zu den bekanntesten Kriminalfällen in Deutschland. Der Erpresser, der damals einen Millionenbetrag als Lösegeld von Ursulas Eltern verlangt hatte, war erst 2010 in Augsburg nach einem langwierigen Indizienprozess wegen erpresserischen Menschenraubs verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof bestätigte das Urteil. Der 66-Jährige bestreitet allerdings bis heute, dass er das Mädchen entführt hat.

Kläger Herrmann hofft auch, dass mit dem jetzigen Prozess noch ungeklärte Fragen des Kriminalfalls beantwortet werden. Er hat mehrfach angezweifelt, dass der in Lübeck inhaftierte Mann, der selbst nicht an dem Zivilverfahren teilnahm, der wahre Täter ist. Er vermutet, dass es zumindest noch Komplizen gab. Auch die Verbindung des Falls Herrmann zu einem späteren Mord in München wurde nie aufgeklärt – an beiden Tatorten wurde die gleiche DNA-Spur sichergestellt.

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