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Tag 7 Im Dschungelcamp Die Vertreibung aus dem Paradies hat begonnen

Murwillumbah - Sie spielt ein falsches Spiel. Davon ist Botox-Boy Florian Wess überzeugt. Sarah Joelle ist fröhlich und gut gelaunt. Vor ihrem Ausflug in den Dschungel-Schlachthof zieht sie den Lippenstift nach, tanzt, singt und wackelt zur Freude der Kameramänner mit ihrem Hinterteil, das aber das Millionenpublikum der Trash-TV-Show schon des Öfteren bewundern durfte. „Sie spielt ein Spiel“, sagt Hobby-Psychoanalytiker Florian Wess und ist von der Harmonie des Vortages nicht mehr infiziert. Doch Sarahs „Spiel“ musste sich eine Pause gönnen. In ihrer Dschungelprüfung verging ihr jegliches Lachen.

Im Fleischwolf

Auch diese Suche nach den zwölf Sternen, die jeweils für ein Essen stehen, ist dem ambitionierten Dschungel-Zuschauer noch aus dem letzten Jahr bekannt. Wieder wurden sämtliche vergammelte Essenreste, Tiergedärme und Tierköpfe, die dem wohl genährten RTL-Produktionsteam nicht mehr geschmeckt haben, zusammengewürfelt und in ein Höllen-Haus gepackt. Dazu etwas Kunstblut und Schilder mit pseudo-lustigen Sprüchen wie „Nur Bullenpenis – keine Hoden erlaubt“. RTL gab sich also mal wieder alle Mühe, die unterste Schublade der TV-Unterhaltung so schockierend wie möglich aussehen zu lassen.

Kreischend ging es von Raum zu Raum. „Das ist echt abartig“, sagt Sarah und ist auch beim Erfinden ihrer eigenen Sprachen kreativ. „Das ist einfach alles verkickst. Verkickst ist eine Mischung aus verfickt, scheiße und keine Ahnung. Es ist mein Wort“, sagt die bereits geteerte und gefederte Nacktschnecke. Als sie dann noch hinter Rinderköpfen mit einer Schwarzlichtaschenlampe ihre nächste Aufgabe fand, offenbarte sich das Schlimmste für die Sarah – eine Rechenaufgabe. Totalausfall für die Pocher-Ex. „Wie viel Pfund sind Kilogramm? Ich bin Mathelegasthenikerin.“ Das Ende des flippigen Ex-DSDS-Mädchens scheint gekommen. Ohne Lösung geht es weiter zu den toten Schweinen – doch die Zeit ist um.

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Schwer traumatisiert kehrt die doch so sensible Sarah in die freundlichen Arme ihrer „Mitmenschen“ zurück. „Ich liebe Fleisch so sehr, aber wenn man das so sieht“, sagt sie und die ersten Tränen kommen. Statt Mitgefühl haben die psychisch gestärkte Hanka und Botox-König Florian aber nur Häme und Spott für das Girlie übrig. „Sie ist so ein bisschen Dramaqueen. Sie nutzt jede Gelegenheit, um im Mittelpunkt zu sein“, sagt die sonst natürlich gar nicht polarisierende Ex-TV-Maklerin.

Harte Abfuhr

Schnell ist Sarah aber auch wieder raus aus dem Fokus der RTL-Objektive. Kaders Migräne, die wie sie meint, durch Zwiebeln ausgelöst wird, lähmt die sonst so quirlige Trash-Queen. „Hast du abgeführt? Du musst abführen. Daher kommen die Kopfschmerzen“, fragt und erläutert Hobby-Dschungel-Hausfrau Menke. „Nee, bei mir kommt das von Zwiebeln. Die Attacken sitzen hier oben. Die Schmerzen sind nicht weg. Ich hab eine Aura. Ich hab aber nicht daran gedacht, weil ich Hunger hatte“, so Kader. Kann eine Unterhaltung noch an Skurrilität und Fremdscham gewinnen? Sie denken, nein?

Da haben die Zuschauer ihre Rechnung nicht mit Charmebolzen Marc Terenzi gemacht. „Ein bisschen Nacktmassage? Nacktmassage immer hilft“, sagt der Denglisch-Künstler, doch keiner stört sich an seinem deplatzierten T.

Fremdschäm-Familie

Trotzdem bleiben Florian und Kader am Rand der Gesellschaft. „Wir sind nicht ein Team, nicht intim, wir sind das Team“, sagt Fräulein Menke und schon bricht in der guten Urwald-Laune der große Chorgesang aus. Florian und Kader sind raus. „Meine Familie ist bei mir zuhause. Wenn ich ein Familienessen möchte, gehe ich zum Italiener. Aber nicht im Camp, wo alle Spieler sind und gegeneinander antreten. Das bringt eine falsche Harmonie rein, die eigentlich gar nicht da ist.“ Botox-Boy im Abseits.

Honey sieht es ganz anders. „Wir sind einfach wie Brüder und Schwestern. Dafür bin ich sehr dankbar, da freue ich mich auch sehr drüber.“ Keine Aussage könnte den Zuschauer mehr überzeugt haben. Auch Maximalpsychoanalytiker Markus Majowski findet gefallen an der neuen Urzeit-Familie. „Das gemeinsame Singen und Rituale machen (sic), bedeutet für mich ein Mensch zu sein. Es kann nicht der Sinn des Lebens ein, für sich alleine zu kämpfen.“ Natürlich holt Hanka, die es endlich auch auf die normale Buschtoilette geschafft hat, alle zurück auf den Boden der Tatsachen. „Uns wird gar keiner gucken, deswegen wird das Lied nicht populär.“ Todesblicke aus allen Richtungen.

Passierte noch was? Ja, Gina-Lisa und Marc referierten ihre Zeit als „Glamour-Paar“. „Sie ist jemand, der ist immer noch special in meinem Leben. Wir haben uns gesehen und es ist ein bisschen wie früher.“ Ja genau. Überraschungen gab es am frühen Freitagmorgen im australischen Promihimmel dann nicht mehr. Fräulein Menke ist raus. Stars aus den 80ern kennt ja auch keiner mehr. Auch Markus stand auf der Abschussliste. Wie lange läuft die Schonfrist für den Dschungel-Psycho noch? Das erfahren Sie morgen bei „Ich bin ein Star.....“. Ach lassen wir das.

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Heiner Elsen
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