DORTMUND - Die Finger trommeln auf dem Lenkrad herum, weil es einfach nicht weitergeht. Stau in der Baustelle, Stau auf der Baustelle. Wenn sich auf „Schnarch-Baustellen“ nichts tut darf der Autofahrer auf den Putz hauen, ganz offiziell.
Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hat am 5. Oktober den Startschuss für die Aktion Baustellenmelder (Telefon: 030-183 003 060) gegeben. Nach einer Woche haben schon mehr als 200 Autofahrer „Schnarch-Baustellen“ gemeldet. Mehr als ein Drittel und damit mit Abstand die meisten Beschwerden kommen aus Nordrhein-Westfalen. Zwar hat das bevölkerungsreichste Bundesland mit 2200 Kilometer Autobahn und 4770 Kilometer Bundesstraßen ein extrem dichtes Fernstraßennetz. Bayern weist allerdings mehr Kilometer auf, hat aber erst 20 Beschwerden abbekommen. In Niedersachsen hat es neun Beschwerden gegeben
Letztlich landen die Bürgerbeiträge in den Ländern. In NRW ist die Straßenbauverwaltung „Straßen.NRW“ die richtige Adresse. „Jeder Bürger soll eine Antwort bekommen“, sagt Bernhard Meier in der Zentrale in Gelsenkirchen. Wenn sich Beschwerden zu einer Baustelle häufen, wird das Baustellenmanagement alarmiert.
Nicht jede offensichtlich verwaiste Baustelle beruht aber auf Schlamperei, betont sogar der ADAC. „Es gibt viele technische Gründe, warum eine Baustelle unbespielt ist“, sagte Peter Meintz vom ADAC Westfalen in Dortmund. Auf der A 40 bei Bochum sollten Fahrbahnmarkierungen aufgebracht werden. Dafür muss es trocken sein. Es hatte aber tagelang geregnet.
„Wir begrüßen die Aktion, weil damit ein Kummerkasten geschaffen worden ist“, sagt Peter Meintz.
