Lausanne - Bestürzung unter Spitzenköchen und Feinschmeckern aus aller Welt: Der vielfach ausgezeichnete Schweizer Sternekoch Benoît Violier ist im Alter von 44 Jahren gestorben. Alles deute auf einen Suizid hin, teilte die Waadtländer Kantonspolizei mit. Der gebürtige Franzose wurde am späten Sonntagnachmittag mit einer Schusswunde tot in seiner Wohnung bei Lausanne gefunden. Die genauen Umstände müssen laut Ermittlern noch untersucht werden. Die Hintergründe des möglichen Suizids waren unklar. Der Restaurantführer Gault Millau hatte Violier vor einigen Jahren zum „besten Koch“ gekürt.

Erst vor wenigen Wochen war Violiers Restaurant „L’Hôtel de Ville“ in Crissier unweit des Genfer Sees als „Bestes Restaurant der Welt“ ausgezeichnet worden. „Das ist fabelhaft, es ist für uns eine außergewöhnliche Sache. Diese Auszeichnung wird die ganze Equipe noch zusätzlich anspornen“, freute sich Violier Ende 2015. Der Guide Michelin hatte das „L’Hôtel de Ville“ mit drei Sternen ausgezeichnet. Gault Millau hatte 19 von 20 Sternen vergeben.

Laut Medieninformationen wäre Violier am Montag in Paris bei der Präsentation des aktuellen Guide Michelin erwartet worden. Dort wurde eine Schweigeminute zu Ehren Violiers abgehalten. Star-Koch Alain Ducasse betonte seine Wertschätzung für seinen Kollegen.

Viele Spitzenköche drückten auch über Twitter ihre Bestürzung aus. „Großer Koch, großer Mann, riesiges Talent“, schrieb der französische Meisterkoch Paul Bocuse. „Schrecklich traurig über den brutalen Verlust von Benoît Violier“, schrieb die vielfach ausgezeichnete französische Köchin Anne-Sophie Pic.

Die Familie des Spitzengastronoms bat um Ruhe, um ungestört trauern zu können. Violier hinterlässt eine Frau und einen Sohn. Gemeinsam mit seiner Frau Brigitte hatte er 2012 die Leitung des Restaurants „L’Hôtel de Ville“ übernommen.