München - Im bayerischen Untersuchungsausschuss zu den Hintergründen der Haderthauer-Affäre hat ein Schlüsselzeuge die Vorwürfe vor allem gegen den Mann der CSU-Politikerin bekräftigt. Zugleich offenbarte die Aussage des Dreifachmörders Roland S. am Freitag im Landtag fragwürdige Zustände im Bezirkskrankenhaus Ansbach über Jahre hinweg.

S. wird seit vielen Jahren im Maßregelvollzug der Bezirkskrankenhäuser Ansbach und Straubing festgehalten. Er war der Hauptkonstrukteur der teuren Luxus-Modellautos, die das Unternehmen „Sapor Modelltechnik“ dort fertigen ließ und in alle Welt verkaufte. Mitgesellschafter dort waren nacheinander die spätere Staatskanzleichefin Christine Haderthauer (CSU) und ihr Mann, damals Stationsarzt in Ansbach und heute Landgerichtsarzt in Ingolstadt. Seit vergangenem Jahr ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen das Ehepaar, unter anderem wegen Betrugsverdachts.

S. berichtete, Hubert Haderthauer habe auf die Modellbauer wiederholt Druck ausgeübt, schneller zu arbeiten. Er stützte damit Vorwürfe, dass es dem Ehepaar in erster Linie um Profit gegangen sei. Christine Haderthauer hatte dagegen 2014 gesagt, die Firma sei ein „von Idealismus getragenes Engagement finanzieller Art“ gewesen.

Zudem berichtete S. von einem gemeinsamen Abendessen, bei dem auch Christine Haderthauer dabei gewesen sei. Sie hatte dies geleugnet.