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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Favoritin aus Stade läuft zum Sieg

25.05.2019

Düsseldorf „Gott ist eine Frau“, und „Die Zukunft ist weiblich“ – ganz neue Töne sind beim Finale von „Germany’s Next Topmodel“ am Donnerstagabend zu hören. Für feministische Parolen stand Heidi Klums ProSieben-Show bisher nicht. Die drei Finalistinnen Simone, Cäcilia und Sayana tragen Frauenpower-Sprüche auf ihren langen Tüllroben. Aber dann gibt es das gewohnte Kreischen, viele Tränen und eine trashige Traumhochzeit – aber nicht die von Heidi und ihrem Tom.

Dass ein neues Topmodel gekürt werden soll, droht fast zur Nebensache zu werden. Dabei „kann nur eine Germany’s Next Topmodel werden“, wiederholt Heidi zu Beginn der Casting-Show ihr Mantra. Nach drei Stunden trägt dann die ohnehin als Favoritin gehandelte Simone Kowalski (21) aus Stade bei Hamburg den Modelvertrag und 100 000 Euro nach Hause. Rund 2,57 Millionen Zuschauer verfolgen das Finale im Fernsehen, ProSieben kommt damit auf einen Marktanteil von 10,0 Prozent, keine schlechten Werte, aber auch kein Rekord. Bei den jüngeren Zuschauern zwischen 14 und 49 Jahren ist das Interesse deutlich größer (21,3 Prozent).

Tränen hinter der Bühne, strahlendes Lächeln auf dem Laufsteg – Simone wird ihrem Ruf als perfektionistische „Drama-Queen“ der 14. Staffel auch im Finale gerecht. „Ich habe so hart auf diesen Tag hingearbeitet“, sagt die Siegerin nun mit stockender Stimme. Mit dem Topmodel-Titel sei ihr zweiter Traum wahr geworden, nachdem der von einer Olympia-Teilnahme als Leichtathletin wegen gesundheitlicher Probleme geplatzt war. Auch im Finale kämpft Simone dann mit kleinen Unfällen und knickt gleich zu Beginn der Show um. „Wenn man hinfällt, habe ich gelernt, immer wieder aufzustehen“, so ihr Kommentar.

Heidi hat sich in schwarze Spitze gekleidet und trägt eine überdimensionale schwarze Schleife unter dem freizügigen Dekolleté. Bevor der Wettkampf der drei Konkurrentinnen Simone, Sayana und Cäcilia losgeht, wird erst einmal viel Werbung gemacht. Weltstar Taylor Swift wirbt für ihren neuen Song „Me!“ – aber nicht etwa live, sondern als Einspieler. Noch ein paar Tipps für die Nachwuchsmodels („Jeder von uns macht Fehler, das ist normal“). Das war es dann auch schon mit dem Superstar.

Model Tyra Banks, Erfinderin des „Topmodel“-Formats und wie alle Gäste der Show Heidis „gute Freundin“, verrät, dass es inzwischen 40 internationale Versionen der Casting-Show gibt. Hunderte „Topmodels“ wurden also schon weltweit gekürt. Die wenigsten dürften wirklich berühmt geworden sein. Und während minutenlange Werbepausen die Fernsehzuschauer in die Langeweile treiben, stelzen auf dem Laufsteg im Düsseldorfer ISS Dome Kinder über den glitzernden Laufsteg – Topmodel-Nachwuchs für morgen.

Dann aber dreht sich die Show, Emanzipation hin oder her. Es geht ums Heiraten. Heidi hatte die Spekulationen ja schon vorher angeheizt. „Vielleicht heiratet ja heute noch jemand hier“, sagt sie. „Da fällt mir Tokio Hotel ein. Auf die freue ich mich am allermeisten.“ Klum (45) und Tokio-Hotel-Gitarrist Tom Kaulitz (29) hatten im Dezember ihre Verlobung bekanntgegeben.

Doch dann geben sich mit viel Brimborium, Tränen und Tüll vor laufender Kamera die schon früher ausgeschiedene „GNTM“-Teilnehmerin Theresia und ihr Freund Thomas das Jawort. Und Heidi ist die Zeremonienmeisterin. Vom Heiratsantrag bis zum Aufsetzen der Ringe zieht das Paar die Sache durch.

Ihre eigenen Pläne hält die Model-Mama dagegen weiter geheim, auch als ihr der 16 Jahre jüngere Tom triefend nass vom künstlichen Bühnenregen nach seinem Auftritt dicke Schmatzer verpasst.

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