• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Panorama

Ein Paar Schuhe für jedes Opfer

16.05.2019

Düsseldorf /Hannover Im Fall des massenhaften Kindesmissbrauchs von Lügde kommen immer mehr Ungereimtheiten ans Licht. So informierten Behörden die Schulen nicht frühzeitig über die Verdachtsfälle. Vielmehr habe der beschuldigte Dauercamper die Grundschule seines Pflegekindes selbst über die Ermittlungen wegen sexueller Übergriffe gegen ihn informiert. Das geht aus einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht des NRW-Schulministeriums an den Landtag hervor. Demnach rief der Mann die Klassenlehrerin des Kindes im November 2018 an und sagte ihr auch, dass das Kind in einer anderen Familie untergebracht sei.

Auf dem Campingplatz im Kreis Lippe in Nordrhein-Westfalen an der Grenze zu Niedersachsen soll der 56-jährige arbeitslose Dauercamper mit einem Komplizen über Jahre hinweg mehr als 40 Kinder missbraucht und dabei gefilmt haben. Inzwischen liegen die Anklagen gegen den 56-Jährigen und einen dritten Beschuldigten vor.

Der Hauptbeschuldigte soll sein Pflegekind eingesetzt haben, um andere Kinder anzulocken. Das Mädchen war seit Mitte 2016 in seiner Behausung untergebracht. 2017 war ihm die Pflegschaft übertragen worden – trotz mehrfacher Hinweise auf Pädophilie. Auch andere Schulen wurden teilweise erst auf den Fall aufmerksam, als er öffentlich bekannt gegeben wurde. Mit Unterstützung einer Schulpsychologin und der Polizei sei am 1. Februar ein gemeinsamer Elternbrief an allen öffentlichen Schulen in Lügde verteilt worden. Eine Telefonhotline wurde geschaltet und ein Beratungsangebot vor Ort eingerichtet.

In Hannover machte am Mittwoch die Initiative „Kinder von Lügde“ in einer eindrücklichen Aktion auf das Leid der Kinder aufmerksam. Rund 50 Paar kleine Schuhe stellte sie vor dem niedersächsischen Landtag auf. Jedes Paar steht symbolisch für ein Opfer der Missbrauchsserie auf dem Campingplatz. „Wir fordern, dass der Fall Lügde gut aufgearbeitet wird“, sagte die Sprecherin Ina Tolksdorf. Sie forderte die Einrichtung einer Kinderschutzkommission sowie eines unabhängigen Missbrauchsbeauftragten auf Landesebene. Niedersachsens Landtagspräsidentin Gabriele Andretta (SPD) sagte: „Dieser schreckliche Fall hat uns allen gezeigt, dass wir besser hinsehen müssen.“

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.