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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Skandal von Lügde noch schlimmer als befürchtet

27.02.2019

Düsseldorf /Lügde Im Fall des jahrelangen Kindesmissbrauchs auf einem Campingplatz im nordrhein-westfälischen Lügde gibt es weitere Verdachtsfälle und Ermittlungen. Die Zahl der Beschuldigten, gegen die die Staatsanwaltschaft in Zusammenhang mit dem Missbrauch ermittle, sei von sechs auf sieben gestiegen, berichtete NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) am Dienstag in einer Sondersitzung des Düsseldorfer Landtags. Dabei handle es sich um einen 16-Jährigen, der kinderpornografisches Material besessen haben soll.

Auch ältere Verdachtsfälle von Sexualstraftaten auf dem Campingplatz an der Grenze von Nordrhein-Westfalen zu Niedersachsen würden neu aufgerollt, sagte Reul. „Es sieht so aus, dass es noch schlimmer ist, als ich befürchtet habe.“

Eine der schockierendsten Erkenntnisse sei, dass der heute 56-jährige arbeitslose Hauptverdächtige schon vor 17 Jahren verdächtigt worden sei, eine Achtjährige missbraucht zu haben, berichtete der Minister. „Im Moment sieht es nicht so aus, dass ein Verfahren eingeleitet wurde.“ Der innenpolitische Sprecher der SPD-Opposition, Hartmut Ganzke, stellte fest, dass der Beschuldigte die späteren Taten nicht hätte begehen können, wenn aufgeklärt worden wäre.

Der von Reul eingesetzte Sonderermittler, Kriminaldirektor Ingo Wünsch, skizzierte eine beispiellose Kette des Versagens in der Kreispolizeibehörde Lippe. „Im Ergebnis gab es schwere handwerkliche Fehler, die sich potenziert haben“, bilanzierte er. „Verantwortliche Führung ist nicht erkennbar.“ So sei der eigentlich zu sichernde Asservatenraum meist offen geblieben. Mit der Sichtung von 155 Datenträgern vom Campingplatz sei ein Polizeianwärter beauftragt worden, der alles in fünf Stunden gesichtet haben will. Dies sei unmöglich.

Wer den Studenten beauftragt habe, sei nicht zu klären. Die Durchsuchungsberichte der Polizeibehörde seien „oberflächlich“, die Dokumentation schlecht gewesen. Das Polizeipräsidium Bielefeld, das den Fall übertragen bekommen hat, habe bei einer erneuten Tatortbesichtigung in der vergangenen Woche weiteres Beweismaterial im Wohnwagen des Hauptverdächtigen gesichtet, darunter 131 CDs.

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