DüSSELDORF - DÜSSELDORF - Ein 21-jähriger Hochstapler hat als Fürst in Düsseldorf monatelang Geschäftsleute genarrt und rund 100 000 Euro Schaden verursacht. Vor dem Düsseldorfer Amtsgericht legte „Seine Durchlaucht“ am Freitag beim Prozessauftakt ein umfassendes Geständnis ab. Die Staatsanwaltschaft wirft dem einschlägig vorbestraften Angeklagten mehr als 400 Straftaten vor: Betrug, Diebstahl und Urkundenfälschung.
Er sieht aus wie der Traum aller Schwiegermütter: Dunkelblaues Sakko, weiß-blau-gestreiftes Hemd, randlose Brille, sorgfältige Frisur. „Auf eine Tat mehr oder weniger kommt es bei Ihnen wirklich nicht an“, sagt Amtsrichter Jörg Koewius aufmunternd.
Als „Fürst Jörg Alexander zu Sayn-Wittgenstein zu Berleburg“ hatte der 21-Jährige auf dem sprichwörtlich großen Fuß gelebt. Er eröffnete Konten, dinierte in teuren Restaurants und kaufte üppig ein. Wenn er nicht Kreditkarten benutzte, ließ er die Rechnungen mal einer Burschenschaft schicken, mal der CDU.
Die moderne Version des Hochstaplers Felix Krull hatte es sogar bis in den Bundestag geschafft, wo die Vorstrafen allerdings auffielen.
Besonders die Bankhäuser machten es dem notorischen Hochstapler allzu leicht. Statt mit einer Ausweiskontrolle wurde der junge „Fürst“ mit Champagner begrüßt.
Reihenweise ließen sich auch Handwerker, Raumausstatter und Taxifahrer vom Adelstitel blenden und blieben auf Rechnungen in vierstelliger Euro-Höhe sitzen.
