• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Deals
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • Veranstaltungskalender
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
  • Über uns
 
NWZonline.de Nachrichten Panorama

Forstwirtschaft: Borkenkäfer setzen Wäldern massiv zu

27.08.2020

Eberswalde Sie sind nur millimetergroß, doch ihr Milliardenheer macht den Wäldern in Deutschland auch in diesem Jahr erneut schwer zu schaffen: Borkenkäfer, oder genauer gesagt Buchdrucker, verwandeln innerhalb kürzester Zeit ganze Waldlandschaften. Wo einst tiefgrüne Fichten standen, bleiben vielerorts nur noch braun-gräuliche Holzgerippe. Forstleute sind vielerorts nahezu pausenlos im Einsatz, um betroffene Bäume aus den Wäldern zu holen.

Denn die Gefahr sei, dem Borkenkäfer immer hinterher zu laufen, sagt der Leiter des Thünen-Instituts für Wald-ökosysteme in Eberswalde, Andreas Bolte. „Der Borken-käfer sitzt unter der Rinde und durchtrennt Stück für Stück die Kohlenhydratzuleitung der Wurzeln bis zur Baumkrone“, erklärt der Waldökologe.

Die Bäume sterben also nicht primär durch den Trockenstress, sondern daran, dass langsam die Wurzeln absterben und sie deshalb kein Wasser mehr transportieren können.

Mit Verzögerung

Der sichtbare Schaden tritt daher erst verzögert ein. Ein Baum könne schon komplett dem Tode geweiht sein, man sehe es ihm aber nicht an, da der Baum in der Krone noch grüne Nadeln habe, weiß Bolte. „In diesem Moment, wo das festgestellt wird, ist der Käfer aber längst schon wieder aus dem Baum draußen und befällt neue.“

Neben Stürmen bereitete vor allem die Trockenheit dem Borkenkäfer in den vergangenen Jahren leichtes Spiel: „Mit jedem Niederschlagsdefizit, das von Jahr zu Jahr zunimmt, werden die Wasser-Reserven in den Bäumen aufgebraucht“, erklärt der Stadtforstdirektor von Fürstenwalde an der Spree, Thomas Weber. In seinem Forst sind viele Fichten bereits verschwunden.

Population explodiert

Aus ökologischer Sicht hat der Buchdrucker durchaus seine Berechtigung, denn eigentlich sorgt er dafür, dass sich Fichtenwälder regenerieren. Indem die Käfer kranke Bäume befallen, machen sie Platz für gesunde. Zuletzt explodierte aber die Population.

Das liege auch an der Vegetationsperiode, die in vergangenen Jahren früher begonnen habe, sagt Bolte. Dadurch können sich mehr Larven entwickeln. „Jetzt sehen wir die dritte Generation, die sich bereit macht. Damit haben wir einen deutlichen Überschuss in vielen Regionen an Borkenkäfern“, erklärt er. Da die Käfer zuletzt auch massenhaft überwinterten, sei zudem die Anfangsgeneration im Frühjahr 2020 bereits groß gewesen.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.