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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Ein abenteuerliches Jahr auf dem Mars

06.08.2013

Washington Mit einer umjubelten Landung auf dem Mars und wissenschaftlichen Erfolgsmeldungen am Fließband hat sich der Roboter namens „Curiosity“ (Neugier) zum Liebling der Forschungswelt entwickelt. An diesem Dienstag rollt der Rover von der Größe eines Kleinwagens seit genau einem Jahr über den Mars – nach ursprünglicher Planung Halbzeit. Doch die 2,5 Milliarden Dollar (rund 1,9 Milliarden Euro) teure Mission ist längst auf „solange wie möglich“ ausgedehnt worden. Der Roboter könne durchaus ein Jahrzehnt bleiben, sagte Sarah Marcotte aus dem „Curiosity“-Team kürzlich in einem Interview.

Das ist Balsam für die durch Budgetkürzungen geschundene Seele der US-Luft- und Raumfahrtbehörde Nasa. Nach dem Ende der Raumfähren-Ära hat sie endlich wieder einen Star, der den Weg zur weiteren Forschung weist. Das erklärte langfristige Ziel: Menschen zum Mars bringen.

Zum Jahrestag veranstaltet die Behörde zu Ehren ihres Lieblingsroboters mehrere öffentliche Partys, eine zum Beispiel im Washingtoner Hauptquartier. Dabei wird ein Video mit den Highlights des Jahres gezeigt, angefangen von der atemberaubenden Landung im vergangenen August.

Unvorstellbare 570 Millionen Kilometer hatte der bislang teuerste und technisch ausgefeilteste Nasa-Rover da schon hinter sich gebracht und setzte dann mit Hilfe eines Fallschirms, Seilen und Korrekturdüsen auf der Mars-Oberfläche auf.

Die „sieben Minuten des quälenden Bangens“ hatten Nasa-Experten das komplizierte Landemanöver im Vorfeld getauft – und jubelten im Kontrollraum, als diese erfolgreich überstanden waren. Dann testete „Curiosity“ seine Instrumente – unter anderem mehrere Kameras, einen Bohrer, eine Drahtbürste, einen Laser und ein chemisches Messinstrument – und rollte los. Von da an schickte der rund 900 Kilogramm schwere Rover Fotos und Videos, durchlebte Stürme, überstand Computerpannen und fand schließlich Voraussetzungen für einst mögliches mikrobielles Leben auf dem Mars.

Die Abenteuer des Rovers wurden von mehr als 1,3 Millionen Fans beim Kurznachrichtendienst Twitter verfolgt, wo mehrere Nasa-Mitarbeiter den Roboter tagtäglich in lustiger und anekdotischer Ich-Form erzählen lassen.

Wie es nun weitergehen soll mit „Curiosity“, haben die vom Erfolg überwältigten Nasa-Wissenschaftler noch gar nicht so richtig durchgeplant. Momentan befindet sich der Rover auf dem Weg zum Berg Sharp am Rande des Gale-Kraters, in dem er auch gelandet ist.

Aller Wahrscheinlichkeit nach werde der Forschungsroboter den Krater nie verlassen, sagt Sarah Marcotte aus dem „Curiosity“-Team. „Er ist sehr groß und es gibt dort so viel zu sehen – viele Gesteinsschichten, die Milliarden Jahre geologischer Geschichte repräsentieren.“

Hauptsache der technisch komplizierte Rover bleibe heil, sagt Wissenschaftlerin Joy Crisp. „Da haben wir bisher wirklich Glück. Ich muss mich immer wieder kneifen, um mich daran zu erinnern, dass ich nicht träume.“

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