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11.01.2017

Paderborn Auch am siebten Prozesstag um die tödlichen Misshandlungen im sogenannten Horror-Haus von Höxter hat die Angeklagte (47) emotionslos die grausamen Geschehnisse geschildert. Ohne erkennbares Mitgefühl sprach sie über den Tod der damaligen Ehefrau des mitangeklagten Wilfried W. Die 33-jährige Anika W. aus Niedersachsen war 2014 nach monatelangen Misshandlungen völlig ausgezehrt im Beisein der Angeklagten auf den Kopf gestürzt und kurz darauf gestorben.

Gemeinsam mit ihrem Ex-Mann Wilfried W. (46) habe sie den Plan entwickelt, dass man die Leiche entsorgen müsse, sagte Angelika W. am Dienstag vor dem Landgericht Paderborn. Wie genau dies passieren sollte, legte sie fest. Alle Spuren sollten akribisch beseitigt werden. Wilfried W. habe sich stets große Sorgen gemacht, aufzufliegen.

Sie versteckten die Leiche demnach zunächst in einer Tiefkühltruhe. Später zersägte sie den Körper nach und nach und verbrannte die Teile in einem Ofen. „Trauer oder „die arme Anika“ - das gab es bei mir nicht“, sagte sie. Vielmehr habe es für sie „Stress pur“ bedeutet, diese schwere Arbeit zu erledigen.

Das bis 2013 verheiratete, aber auch danach weiter unter einem Dach lebende Duo W. soll über Jahre hinweg mehrere Frauen in das Haus nach Höxter gelockt und dort gequält haben. Zwei Frauen aus Niedersachsen überlebten nicht, zwei weitere entkamen nach schweren Misshandlungen.

In ihrer inzwischen sechs Verhandlungstage andauernden Aussage hat Angelika W. sich selbst wie auch ihren Ex-Mann schwer belastet. Sie gab an, einen Großteil der Misshandlungen selbst verübt zu haben, um seinen Erwartungen gerecht zu werden. Sie selbst sei auch Opfer seiner Gewalttaten geworden.

Wilfried W. schweigt bislang. Doch immer wieder schüttelte er am Dienstag den Kopf, tuschelte mit seinen Anwälten. Nach Darstellung seiner Verteidiger hält er sich nicht für die treibende Kraft hinter den Gewalttaten, sondern seine frühere Frau für die Haupttäterin.

Wann die Befragung von Angelika W. abgeschlossen sein wird, ist noch nicht absehbar, ebenso wenig wie ein Prozessende. Die Beteiligten haben bereits Verhandlungstermine bis in den Sommer 2017 abgestimmt.