Ellwangen - Erst soll er auf seine Mutter geschossen haben, dann auf seinen Vater: Insgesamt sechs Familienmitglieder soll ein junger Mann Ende Januar in Rot am See in Baden-Württemberg getötet haben. Zwei weitere Verwandte konnten sich schwer verletzt retten. Das Verbrechen hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Von Montag, 29. Juni, an muss sich der 27-Jährige dafür vor dem Landgericht Ellwangen verantworten.

Angeklagt ist der Deutsche wegen Mordes und versuchten Mordes. Laut Staatsanwaltschaft gibt er am Mittag des 24. Januars insgesamt 30 Schüsse auf seine Familie ab. Am Ende sterben die Eltern, eine Halbschwester, ein Halbbruder sowie Onkel und Tante. Ein weiterer Onkel und eine Tante werden angeschossen und verletzt. Danach ruft der mutmaßliche Täter die Polizei und stellt sich.

Die Taten soll der 27-Jährige schon längere Zeit geplant haben, extra dem Schützenverein dafür beigetreten sein und sich legal eine Pistole besorgt haben. Angebliche Misshandlungen seiner Mutter und Halbschwester sollen ihn zu dem blutigen Verbrechen getrieben habe.

Die Familie hatte sich wegen einer Beerdigung im mehrstöckigen Wohnhaus des Vaters getroffen, in dem dieser lange auch eine kleine Kneipe betrieben hatte. In dem Haus lebte auch der mutmaßliche Schütze. Die Mutter, den Vater und seine Halbschwester soll er mit gezielten Kopfschüssen umgebracht haben. Die Taten hat er laut Staatsanwaltschaft gestanden. Die Anklagebehörde wirft dem jungen Mann Heimtücke vor. In einer Stellungnahme des Schützenvereins, über die mehrere Medien berichtet hatten, wird er als „zurückhaltender Mensch“ beschrieben, „hilfsbereit und freundlich“. Man könne nicht verstehen, was passiert ist.

Für den Prozess soll auch ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag gegeben werden. Möglicherweise liege eine paranoide Schizophrenie vor, hieß es von der Staatsanwaltschaft.