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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Musik: Entscheidung über Elvis’ Erbe

26.03.2013

München Die Songs von Elvis Presley (1935-1977) gehören zum Kulturgut – und sind Millionen wert. Über diese Millionen streitet die Firma Elvis Presley Enterprises, die den Nachlass des „King of Rock ’n’ Roll“ verwaltet und daran verdienen will, mit der Plattenfirma Arista Music (ehemals RCA Records). Es geht um die Vermarktungsrechte an Hits wie „Heartbreak Hotel“, „Jailhouse Rock“ oder „Hound Dog“ – aber nur in Deutschland. Die Firma, an der Elvis’ Tochter Lisa-Marie Presley 15 Prozent hält, fordert Nachzahlungen in Millionenhöhe. Das Oberlandesgericht München will an diesem Donnerstag darüber entscheiden.

Die Vermarktungsrechte hatte der große Elvis nämlich am 23. Februar 1973 an seine damalige Plattenfirma RCA Records verkauft, die heute Arista Music heißt und zu Sony gehört. Für mehr als 1000 Songs bekam er 5,4 Millionen US-Dollar. Die Hälfte des Geldes musste Elvis dann auch noch seinem Manager abgeben, der die Idee für diesen „Buy-Out“ gehabt habe, teilte das britische Unternehmen Calunius in London mit. Calunius ist ein Prozessfinanzierer, der die Prozesskosten für Elvis Presley Enterprises übernimmt. Im Falle eines Sieges vor Gericht wird die Londoner Firma an den Nachzahlungen beteiligt, bei einem Misserfolg bleibt sie allerdings auf ihren Kosten sitzen.

Nach Abzug der Steuern blieben dem „King“ von diesem unvorteilhaften Deal in den 1970er Jahren nur 1,35 Millionen Dollar übrig – für Lieder, deren Branchenwert inzwischen auf mehr als 130 Millionen Dollar geschätzt wird. Nach Angaben von Calunius bekam Elvis für Rechte in Deutschland eine Pauschal-Lizenz pro Song und Jahr in Höhe von 10 bis 15 Dollar.

Das wollten Elvis’ Nachlassverwalter so nicht auf sich sitzen lassen. Sie haben deshalb geklagt. Ihnen könnte dabei das deutsche Urheberrecht zugutekommen. Der „King“ sei zu Lebzeiten von seiner Plattenfirma ausgebeutet worden, behaupten sie und berufen sich auf den sogenannten Bestseller-Paragrafen des Urhebergesetzes

Dieser Paragraf 32a erlaubt einem Künstler, auch dann noch an seinem Werk zu verdienen, wenn er die Rechte daran längst abgetreten hat. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn der Rechteinhaber nach der Rechteübertragung unverhältnismäßig viel daran verdient.

Im November 2011 war Elvis Presley Enterprises mit den Forderungen vor dem Landgericht München gescheitert. Bereits nach diesem Urteil hatte Elvis Presley En­terprises angekündigt, wenn es sein müsse, werde man bis vor den Bundesgerichtshof ziehen.

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