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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Neues Unglück Im Himalaya: Erdrutsch begräbt Dorf in Nepal unter sich

29.04.2015

Kathmandu Nach dem schweren Erdbeben in Nepal mit bisher mehr als 4680 bestätigten Toten hat ein neues Unglück den Himalayastaat erschüttert. Ein Erdrutsch nahe dem Epizentrum des Bebens vom Samstag begrub am Dienstag ein Dorf unter sich, 250 Menschen galten als vermisst. Rettungshubschrauber erreichten drei Tage nach dem Beben erste entlegene Dörfer und flogen verletzte Anwohner aus. Rettungsteams aus mindestens zwölf Ländern nahmen vor Ort ihre Arbeit auf.

Überall im Land und in der vom Beben ebenfalls gezeichneten Hauptstadt Kathmandu mussten Hunderttausende auch am Dienstag weiter unter freiem Himmel ausharren. Es mangelte an Trinkwasser und medizinischer Versorgung, zudem fiel heftiger Regen, und viele Menschen mussten sich einen Unterschlupf suchen. Doch mehrere Hilfsorganisationen konnten am Dienstag erstmals Lebensmittel verteilen.

Rund acht Millionen Menschen seien von dem Erdbeben betroffen, sagte der UN-Koordinator in Kathmandu, Jamie McGoldrick. Weitere 1,4 Millionen bräuchten Lebensmittel. Es seien acht Brennpunkte ausgemacht worden, wo die Unterstützung besonders dringend sei, sagte Geoff Pinnock vom Welternährungsprogramm. Die acht Gebiete liegen im Bezirk Gorkha nahe dem Epizentrum des Bebens vom Samstag.

In dem Bezirk Ghorka befindet sich auch das Dorf Ghodatabela, das am Dienstag von einer Lawine aus Schnee- und Geröllmassen verschüttet wurde. Möglicherweise habe sich durch das Beben Boden gelöst, und heftiger Schneefall habe dann zu dem Erdrutsch geführt, sagte ein örtlicher Beamter. Das Dorf liegt an einer beliebten Trekkingroute, der nächstgelegene Ort ist nur mit einem zwölfstündigen Fußmarsch zu erreichen. Unklar war zunächst, ob sich unter den Vermissten auch Touristen befanden.

Mitarbeiter von Hilfsorganisationen drangen trotz widriger Witterung in Gebiete um das Epizentrum vor. In einigen der Dörfer seien bis zu 90 Prozent der Häuser eingestürzt, berichtete Rebecca McAteer, eine US-Ärztin, die in Nepal in einem Krankenhaus arbeitet.

Offenbar hatten viele Nepalesen Glück, zur Zeit des Bebens - um die Mittagszeit - auf den Feldern zu arbeiten. Sonst wäre die Zahl der Toten möglicherweise noch höher gewesen, hieß es. Die Naturkatastrophe werde das Land auch noch in den kommenden fünf Jahren beschäftigen, sagte Thomas Meier, Ingenieur einer Hilfsorganisation, angesichts des gigantischen Ausmaßes der Schäden. „Den Menschen ist nichts geblieben“, meinte er.

Das Erdbeben der Stärke 7,8 war für Nepal das schlimmste seit mehr als 80 Jahren. Besonders hart trafen die Erdstöße die Hauptstadt Kathmandu und das dicht besiedelte Kathmandu-Tal. Es war zudem in Teilen von Indien, Bangladesch, Tibet und Pakistan zu spüren. Etliche Nachbeben erschütterten das Katastrophengebiet am Sonntag und Montag.

Am Mount Everest kamen mindestens 18 Menschen ums Leben. Im Indien gab es 61 Todesopfer. Die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua meldete 25 Tote in Tibet. Die Zahl der Verletzten in Nepal gaben die Behörden zuletzt mit 8063 an. Zehntausende seien obdachlos, hieß es.

Auch die Zerstörung der berühmten Kulturstätten rund um Kathmandu sei eine „riesige Katastrophe“, sagte die Chefin der Unesco, Irina Bokowa, am Montag in einem Interview der Nachrichtenagentur AP. Drei von sieben verehrten Stätten in und nahe Kathmandu seien ernsthaft beschädigt worden. Zudem habe mit einem Naturpark um den Mount Everest ein weiteres Weltkulturerbe Schaden genommen, dessen Ausmaß noch nicht bekannt sei.

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