Newtown - Nach dem Massaker an einer Grundschule in Newtown wächst in den Vereinigten Staaten die Unterstützung für schärfere Waffengesetze. Während die Stadt im US-Bundesstaat Connecticut Abschied von den 26 Opfern der Sandy-Hook-Grundschule nimmt, sprach sich in einer Umfrage eine deutliche Mehrheit der US-Bevölkerung für Beschränkungen im Umgang mit Waffen aus. In Washington äußerten mehrere Senatoren ihre Bereitschaft, über Verschärfungen zu verhandeln. In Newtown wurden am Dienstag zwei sechsjährige Mädchen zu Grabe getragen. Bereits am Montag waren zwei gleichaltrige Jungen beerdigt worden.
Hunderte Trauergäste folgten den Toten. Kameras waren nicht zugelassen. „Wenn man diese kleinen Särge sieht, bricht es einem das Herz“, sagte der Gouverneur von Connecticut, Dan Malloy.
Bei dem Massaker kamen am vergangenen Freitag 28 Menschen zu Tode. Der Amokläufer Adam Lanza erschoss 20 Kinder. Sie waren alle sechs und sieben Jahre alt. Auch sechs Mitarbeiterinnen der Schule starben, außerdem die Mutter des Täters. Lanza hat sich nach Angaben der Polizei selbst erschossen. Sein Motiv lag auch am Dienstag noch im Dunkeln.
Die Sandy Hook Elementary School blieb weiter geschlossen. Die übrigen Schulen in der Stadt öffneten dagegen wieder. „So schwer es ist, wir müssen weitermachen“, zitierte der Sender MSNBC eine Lehrerin.
In Washington kündigte die demokratische Senatorin Dianne Feinstein für Januar einen neuen Vorstoß im Kongress für ein Verbot von Sturmgewehren an.
Seit Jahren hat es in den USA praktisch keinen Vorstoß für schärfere Waffengesetze gegeben. Das lag auch zum Teil am Druck der NRA (National Rifle Organisation), der Organisation der Waffenlobby. Der Verein ist nach dem Schulmassaker auf Tauchstation gegangen.
