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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Großrazzia gegen irakischen Clan

23.05.2019

Essen /Düsseldorf Großrazzia in Nordrhein-Westfalen gegen mutmaßliche Schleuser sowie Waffen- und Drogenhändler: Mit 800 Kräften ist die Polizei gegen Mitglieder und Sympathisanten der irakisch-syrischen Organisation „Al-Salam-313“ vorgegangen. Die Beamten durchsuchten am Mittwoch seit dem frühen Morgen 49 Wohnungen und Geschäftsräume in zwölf Städten vor allem im Ruhrgebiet und in Köln, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Essen sagte. Die Behörde leitete gemeinsam mit der Essener Polizei den Einsatz. Ein Tatverdächtiger wurde festgenommen. Den Angaben zufolge richtete sich die Aktion gegen 34 Beschuldigte überwiegend aus dem Irak und Syrien. Einige davon sollen Mitglieder der rockerähnlichen Gruppierung „Al-Salam-313“ sein, andere seien eher dem Umfeld zuzuordnen, erklärten die Fahnder.

Die Beschuldigten stehen im Verdacht, sich am illegalen Einschleusen von Menschen nach Deutschland beteiligt und mit Waffen, Drogen, gefälschten Ausweisen und Sprachzertifikaten gehandelt zu haben. Sie stellten Computer, Handys, Datenträger, Drogen sowie Bar- und Falschgeld im fünfstelligen Bereich sicher. „Nach dem bisherigen Stand war das ein erfolgreicher Schlag gegen die Organisierte Kriminalität“, bilanzierte der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) nach Abschluss der Razzia am Mittag in Düsseldorf. Der Einsatz sei über Monate hinweg vorbereitet worden. Polizei und Staatsanwaltschaft betonten, dass die weiteren Ermittlungen noch viel Zeit in Anspruch nehmen werden.

Experten für Organisierte Kriminalität gehen davon aus, dass es sich bei „Al-Salam-313“ um ein eher neues Phänomen handelt. Die Organisation sei zwar öffentlich bisher weniger diskutiert worden, der Polizei aber wohlbekannt, sagte Reul. Ihr Aktionszen­trum liege in Nordrhein-Westfalen. Ob sie darüber hinaus agiere, könne er noch nicht sagen, so Reul.

Offen ließ der Minister auch, ob es sich um einen Clan oder eine Rockergruppe handelt. Die Staatsanwaltschaft Essen sprach von einer „rockerähnlichen Gruppierung“. So trügen die Mitglieder Motorrad-Kutten und hätten eine ähnliche Struktur, wie sie von „Hells Angels“bekannt sei.

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