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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Lob für leise Töne und aktuelle Themen

27.02.2019

Essen Kein Grimme-Preis ohne Jan Böhmermann: Der in Marl schon mehrfach ausgezeichnete Moderator und Fernsehmacher (38) und sein Team erhalten die begehrte Fernsehauszeichnung in diesem Jahr für „Lass dich überwachen! – Die Prism Is A Dancer Show“ (ZDF/ZDFneo). Thema der im April und November 2018 ausgestrahlten Sendung war der Umgang des ahnungslosen Saal-Publikums mit persönlichen Daten im Internet. Es ist die fünfte Grimme-Auszeichnung für Böhmermann.

Insgesamt zeichnet das Grimme-Institut wie im Vorjahr 16 Produktionen und herausragende Leistungen im Fernsehen aus. 13 von ihnen kommen aus den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, 3 von privaten Anbietern. Darunter sind zwei Serien: „Hackerville“ (HBO Europe/TNT Serie) und „Beat“ des Streaming-Anbieters Amazon Prime Video. Die Preise werden am 5. April verliehen.

Geehrt wird unter anderem die Sketch-Comedysendung „Kroymann“ (RB/SWR/NDR) mit der Schauspielerin Maren Kroymann. Sie parodiert darin immer wieder sich selbst und ihren Beruf. Die Sendung sei wohltuend, lobte die Jury. Sie setze entgegen des Zeitgeists „auf die leisen Töne, die feinen Melodien“. Bereits 2018 hatte die Sendung die Kommission begeistert – und der 69-Jährigen einen Grimme-Preis eingebracht.

Zum ersten Mal vergaben die Grimme-Leute in der Kategorie Kinder & Jugend einen Spezial-Preis. Er geht an den Autor und Regisseur Marco Giacopuzzi für seine „sensible und berührende Umsetzung“ von Beiträgen zur Reihe „Schau in meine Welt“ (HR). Die Jury hob drei Reportagen hervor, in denen der Umgang mit einer chronischen Krankheit, das Leben mit einer Behinderung sowie die Krankheit Depression thematisiert werden. Einen Spezial-Preis erhält auch das „Docupy“-Reporterteam des WDR für den Dreiteiler der Sendereihe „Die Story: „Ungleichland – Reichtum, Chancen, Macht“.

Die WDR-Journalistin Isabel Schayani (52) bekommt einen Grimme-Preis für eine „Besondere Journalistische Leistung“. Die Jury würdigte die Qualität ihrer Tagesthemen-Kommentare, WDR-for–you-Beiträge und Weltspiegel-Moderationen.

Instituts-Direktorin Frauke Gerlach lobte bei der Bekanntgabe der Preisträger am Dienstag in Essen die „Vielschichtigkeit und Aktualität der Themen“. Es habe sich in allen Kategorien beobachten lassen, „wie aktuelle Diskurse um Cyberkriminalität, Rechtspopulismus oder soziale Ungerechtigkeit durch mitreißend inszenierte, umfassend recherchierte, aber auch humoristische Geschichten transportiert werden“.

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