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NWZonline.de Nachrichten Panorama

EU-Empfehlung führte zu schweren Erkrankungen

02.07.2015

Martinsried Dutzende zusätzliche Narkolepsie-Fälle vor allem bei Kindern und Jugendlichen wurden nach der Schweinegrippe-Impfung mit Pandemrix europaweit registriert. Nun legen Forscher eine mögliche Erklärung vor. Auslöser ist demnach ein bestimmtes Virus-Protein, das einer Andockstelle im Gehirn ähnelt. In der Folge richte sich das Immunsystem gegen bestimmte, für das Schlafverhalten wichtige Zellen im Gehirn, berichtet das Team im Fachmagazin „Science Translational Medicine“.

Die Ergebnisse unterstrichen, wie wichtig es sei, aus Impfstoffen alle Bestandteile zu entfernen, die vom Immunsystem mit körpereigenen Strukturen verwechselt werden könnten, betonen die Wissenschaftler von der Stanford University (US-Bundesstaat Kalifornien).

Narkolepsie ist eine seltene Schlaf-Wach-Störung. Typische Symptome sind Tagesschläfrigkeit und sogenannte Kataplexie, ein plötzlicher Verlust des Muskeltonus bei starken Gefühlen. Vor allem Menschen mit einer bestimmten Genvariante in ihrem Erbgut erkranken.

Millionen Menschen in der Europäischen Union hatten sich nach Behörden-Empfehlungen 2009 und 2010 gegen das Schweinegrippe-Virus H1N1 impfen lassen. Einer der Impfstoffe war Pandemrix des britischen Pharmakonzerns GlaxoSmithKline (GSK). Bei weniger als 1 von 10 000 Geimpften sei anschließend eine Narkolepsie registriert worden, schreiben die Forscher. Die Impffolge sei damit zwar selten, für die Betroffenen aber schwerwiegend. Die Studie weist auch darauf hin, dass das Risiko, Narkolepsie zu entwickeln, bei einer Schweinegrippe-Erkrankung möglicherweise höher sei als nach einer Impfung.

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