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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Falsche Lehrerin unterrichtete jahrelang

09.01.2014

Schwerin /Kiel Eine falsche Lehrerin soll jahrelang in Norddeutschland – dabei wohl auch in Berlin und Brandenburg – Schulkinder unterrichtet haben. In Mecklenburg-Vorpommern wurde sie eingestellt, als die Staatsanwaltschaft Kiel schon gegen sie ermittelte und sie in Schleswig-Holstein ihren Beamtenstatus verloren hatte.

Nach den bisherigen Ermittlungen hat die aus Wismar stammende 48-Jährige ihren Abschluss gefälscht, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Kiel am Mittwoch sagte. Die Behörde ermittele wegen Betrugs und Urkundenfälschung, die Ermittlungen stünden kurz vor dem Abschluss. 1990 soll sie ihr Diplom in Deutsch und dem DDR-Fach Staatsbürgerkunde abgelegt haben, das als Propagandafach gilt. Daraus machte sie aber dem Kieler Bildungsministerium zufolge das Fach „Sozialkunde“.

Der erste Hinweis, dass mit den Zeugnissen der Frau etwas nicht stimmen kann, sei von einer Schulbehörde in Schleswig-Holstein gekommen. Auch vom Landesprüfungsamt Nordrhein-Westfalen sei eine Strafanzeige eingegangen.

Die Frau hat der Staatsanwaltschaft zufolge unter anderem an Gymnasien in Mölln und Lübeck unterrichtet. Laut NDR stand die falsche Kunst- und Deutschlehrerin auch in Vorpommern vor Klassen. In Brandenburg und Berlin soll sie ebenfalls unterrichtet haben. Zuletzt war sie an Schulen in Lübstorf und Bad Kleinen (Nordwestmecklenburg) beschäftigt.

Dem Schulleiter in Mölln, wo die Frau von 2008 bis Ende 2012 am Marion-Dönhoff- Gymnasium unterrichtete, war die Diskrepanz zwischen ihren guten Examensnoten und dem Auftreten an der Schule aufgefallen. „Die Performance war ganz anders als die Bewertung“, hatte der Sprecher des Kieler Bildungsministeriums, Thomas Schunck, im Mai 2013 gesagt, als in Schleswig-Holstein bereits über den Fall berichtet worden war.

Im Februar wurde ihr demnach der Beamtenstatus entzogen. Laut NDR wechselte sie im März 2013 nach Nordwestmecklenburg.

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