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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Prozess: Frau verklagt Bayer wegen Antibabypille

18.12.2015

Waldshut-Tiengen Im Prozess um eine mögliche Gesundheitsgefahr durch die Anti-Baby-Pille „Yasminelle“ ist der Versuch einer Einigung zwischen Klägerin und Hersteller gescheitert. Nach knapp fünf Stunden Verhandlung vertagte das Landgericht im baden-württembergischen Waldshut-Tiengen den Prozess am Donnerstag auf das nächste Jahr. Man betrete mit dem Verfahren Neuland, sagte der Vorsitzende Richter Johannes Daun. Eine außergerichtliche Einigung sei nicht möglich gewesen, betonte er.

Verhandelt wird zivilrechtlich die Klage der 31-jährigen Felicitas Rohrer gegen den Chemie- und Arzneimittelkonzern Bayer mit Sitz in Leverkusen. Dieser vertreibt die Pille. Rohrer will erreichen, dass das Verhütungsmittel vom Markt genommen wird, weil sie es für gefährlich hält.

Notwendig sei das Hinzuziehen von mindestens zwei Sachverständigen, sagte der Richter. Nach Angaben des Gerichts handelt es sich um die erste Klage in diesem Fall in Deutschland. Die Frau hat demnach im Juni 2011 Klage eingereicht, seither läuft das Verfahren. Am Donnerstag kamen die Kontrahenten zur ersten mündlichen Verhandlung zusammen und trafen damit erstmals direkt aufeinander. Bislang hatten sie sich schriftlich ausgetauscht.

Nach dem Willen der Klägerin soll Bayer umfassend Auskunft über „Yasminelle“ geben. Sie macht die Pille mit dem Wirkstoff Drospirenon für gesundheitliche Probleme verantwortlich. So habe das Mittel ein mindestens doppelt so hohes Thrombose-Risiko wie andere Präparate. Nach der Einnahme der Pille habe sie im Juni 2009 eine beidseitige Lungenembolie erlitten und sei daran fast gestorben. Sie fordert mindestens 200 000 Euro Schadenersatz und Schmerzensgeld.

Der Pharmakonzern halte die Klage für unbegründet, sagte der Rechtsanwalt des Unternehmens, Henning Moel­le. Ein Sprecher des Konzerns sagte: Durch wissenschaftliche Daten sei bestätigt, dass von der Anti-Baby-Pille und dem Wirkstoff bei korrekter Einnahme keine Gefahr ausgehe. Die Pillen der Produktgruppe werden nach Darstellung von Bayer täglich millionenfach eingenommen in mehr als 100 Ländern.

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