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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Gefährliche Sogwirkung am Himmel

09.05.2017

Karlsruhe /Braunschweig Ein deutscher Business-Jet gerät über dem Arabischen Meer ins Trudeln. Er dreht sich mehrmals um die Achse und stürzt über 2000 Meter tief, bevor die Piloten das Flugzeug abfangen und in Muskat im Golfstaat Oman landen können. Vier nicht angeschnallte Passagiere und eine Stewardess werden verletzt, das Flugzeug ist schwer beschädigt. Haben Luftverwirbelungen – sogenannte Wirbelschleppen – eines Großflugzeugs die zweistrahlige Challenger vom Typ 604 beinahe vom Himmel geholt? Dafür spricht aus Sicht von Experten einiges. Wenn es so wäre – wie sicher ist dann der vielbeflogene deutsche Luftraum?

Kalt den Rücken herunter

Demnächst will die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in Braunschweig ihren Zwischenbericht zu dem Beinahe-Absturz vom 7. Januar veröffentlichen. Das Ergebnis wird mit Spannung erwartet – von Piloten wie von der Deutschen Flugsicherung. Zwar hat es über Deutschland bislang nichts Vergleichbares gegeben. Lehren aus dem Unfall könnten gleichwohl gezogen werden.

Wirbelschleppen sind ein bekanntes Phänomen: Vor allem bei Start und Landung können kleinere Flieger in den Sog von größeren geraten. „Piloten wissen um die Gefahren und sind darauf vorbereitet“, sagt Jörg Handwerg, Vorstand der Pilotenvereinigung Cockpit. „Im Reiseflug hätten wir aber mit so etwas nicht gerechnet.“ Denkt er an den Vorfall, über den Fachmedien berichteten, läuft es dem erfahrenen Piloten „kalt den Rücken herunter“.

Die Passagiere schrien

„Hoch über dem Arabischen Meer und aus heiterem Himmel brach die Hölle los. Eben noch lag der zweistrahlige Business-Jet vom Typ Challenger 604 ruhig in der Luft – nun aber wirbelte die 20-Tonnen-Maschine plötzlich herum wie ein Papierflieger im Windkanal. Die linke Tragfläche schlug nach unten um. Dreimal rollte der Jet um seine Längsachse, er rüttelte und schüttelte, die Passagiere schrien; alle, die nicht angeschnallt waren, flogen in der Kabine umher und versuchten verzweifelt, sich an irgendetwas festzuklammern. Flug MHV 640 stürzte in die Tiefe“, schildert der „Spiegel“ die dramatischen Minuten.

Wirbel von großen Flugzeugen könnten bei entsprechenden Wetterbedingungen über 300 Meter absinken – das ist der vertikale Sicherheitsabstand, den Flugzeuge einhalten müssen. „Aber es muss schon blöd laufen, dass man in so einen Wirbelkern gerät.“

Nach Medienberichten sollen vier Riesen-Flugzeuge in der Region unterwegs gewesen sein, darunter drei Airbus-Maschinen vom Typ A380. Das mit 560 Tonnen größte Passagierflugzeug kann laut DLR-Experte Frank Holzäpfel sehr starke Luftwirbel entwickeln, genauso wie eine Boeing 747 oder eine Antonov An-225.

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