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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Un-Studie: Klimawandel bedroht Kinder weltweit

20.02.2020

Genf Kinder und Jugendliche in Norwegen, Südkorea und den Niederlanden haben einer UN-Studie zufolge die besten Chancen auf gutes Gedeihen. Ihre Altersgenossen in der Zentralafrikanischen Republik, im Tschad und in Somalia sind weltweit am schlechtesten dran. Das geht aus einem Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des UN-Kinderhilfswerks Unicef hervor. Deutschland liegt demnach auf Platz 14, die Schweiz auf Platz 15 und Österreich auf Platz 19 von insgesamt 180 Ländern. Die Rangliste berücksichtigt Faktoren wie Gesundheit, Ernährung und Bildung.

Es gebe kein Land der Welt, dass Minderjährige nicht in einem Bereich im Stich lasse, sagte der Gesundheitsexperte Anthony Costello, einer der Hauptautoren. In ärmeren Ländern blieben nach Schätzungen 250 Millionen Kinder wegen Mangelernährung in ihrer Entwicklung so weit zurück, dass sie ihr Potenzial ihr Leben lang nicht ausschöpfen könnten. Reichere Länder gefährdeten die Zukunft der Kinder weltweit durch ihre hohen klimaschädlichen CO2-Emissionen. „Wir stimmen mit Greta Thunberg überein“, sagte Costello. „Unsere Welt brennt.“

Wenn es unter Berücksichtigung der Emissionen um Nachhaltigkeit gehe, komme Norwegen nur auf Platz 156, die Niederlande auf Platz 160 und Deutschland auf Platz 161. Wegen ihrer niedrigen Emissionen stehen Burundi, Tschad und Somalia auf den ersten Plätzen – sie schneiden aber auf der Skala des Wohlergehens ihrer Kinder nach Gesundheit, Ernährung und Bildung miserabel ab. Von den Ländern, in denen es jungen Leuten relativ gut geht (Top 70), schafften es nur neun Länder, ihre Ziele zur Reduktion der Pro-Kopf-Emissionen von CO2 bis 2030 zu erreichen, schreiben die Autoren. Darunter sind Sri Lanka, Moldau und Armenien – keine Industrieländer.

Alle Länder setzten junge Menschen Werbung für gesundheitsschädliche Produkte wie Alkohol, Tabak, überzuckerte Getränke und Fast Food aus, heißt es weiter.

„Es gab zwar in den vergangenen 20 Jahren Verbesserungen bei der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen, aber die Entwicklung geht nicht weiter und die Zeichen stehen auf Rückschritt“, sagte die Co-Vorsitzende der Kommission, die frühere neuseeländische Regierungschefin Helen Clark. „Länder müssen sich nicht nur heute um ihre Minderjährigen kümmern, sondern auch sicherstellen, dass sie die Welt schützen, die sie ihren Kinder vererben.“

Die Autoren empfehlen, den CO2-Ausstoß dringend zu stoppen, Minderjährige in politische Entscheidungen einzubeziehen und Werbeeinschränkungen zu verschärfen.

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