Kiel - Im Universitätsklinikum Kiel (UKSH) ist ein weiterer mit multiresistentem Keim infizierter Patient gestorben. Damit erhöhte sich die Zahl der Toten auf zwölf, sagte Klinikchef Jens Scholz am Montag bei einer Pressekonferenz. Alle trugen neben ihren teils schweren Erkrankungen das Bakterium Acinetobacter baumannii in sich.

Bei drei der Gestorbenen könne nicht ausgeschlossen werden, dass der sogenannte MRGN-Keim für den Tod ursächlich gewesen sei. Bei neun gestorbenen Patienten sei dies nach Aussage der behandelnden Ärzte definitiv auszuschließen.

Vehement wies Scholz Vorwürfe der Gewerkschaft „Verdi“ zurück, Personalmangel sei schuld für Hygiene-Verstöße und damit möglicherweise auch für die Ausbreitung des für Gesunde ungefährlichen, für Kranke aber gefährlichen Keims. „Wir haben am UKSH einen besseren Personalschlüssel als den Bundesreferenzwert“, sagte Scholz. Der Krankenhausgesellschaft liegen keine Hinweise auf Hygienefehler vor.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) brachte eine Verschärfung der Meldepflichten auf den Weg. Damit sollen derartige resistente Erreger nicht erst bei Krankheitsausbruch, sondern beim ersten Nachweis des Erregers gemeldet werden. Die Verordnung soll im Sommer in Kraft treten. Es sollen Verfahren erprobt werden, mit denen Patienten vor Klinikaufenthalten auf gefährliche Keime untersucht werden.

Seit Mitte Dezember wurde laut Scholz bei 31 Patienten – einschließlich der zwölf Gestorbenen – der Keim festgestellt. Aktuell liegen 16 auf den Keim positiv getestete Patienten im Klinikum.