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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Haft nach tödlichem Sex

02.03.2013

Stockholm Nach dem Tod einer deutschen Studentin bei Sadomaso-Sex in Schweden hat ein Gericht ihren Partner zu zehn Monaten Haft verurteilt. Es begründete die Freiheitsstrafe am Freitag mit Körperverletzung, machte den 31-Jährigen aber entgegen dem Antrag der Staatsanwaltschaft nicht für den Tod der Frau aus Bayern im vergangenen Oktober verantwortlich. Die Anklägerin Åsa Jansson hatte fünf Jahre Haft verlangt.

Die etwa drei Jahre jüngere Frau aus dem unterfränkischen Landkreis Bad Kissingen stand bei den sadomasochistischen Sex-Rollenspielen, die tödlich ausgingen, unter Drogeneinfluss – so wie ihr Partner auch. Bei der Obduktion der Leiche wurden Spuren zahlreicher Stockschläge gefunden. Als Todesursache nannte das Gericht die Folgen von Atemnot bei der zeitweise wahrscheinlich auch geknebelten Frau.

Es begründete die Verurteilung wegen Körperverletzung mit den von Gutachtern festgestellten Spuren von „mindestens 123 Schlägen“ mit einem Stock. Diese Gewalt sei „ungewöhnlich rücksichtslos“ gewesen, weil sie der Mann gegen eine Person ausgeübt habe, die „sichtlich durch (die Droge) Etylfenidat beeinträchtigt war (...) und sich in einer Lage befand, in der sie nichts mehr sagen oder sich sonstwie verteidigen konnte“.

Das Gericht sah es aber nicht als erwiesen an, dass der Mann ihren Tod verursacht habe. Der Schwede gab an, dass er sich an die Ereignisse der Nacht vom 19. auf den 20. Oktober in der nordschwedischen Stadt Umeå nur lückenhaft erinnern könne.

Das Gericht erklärte, die Frau habe vorher ihr Einverständnis zu Gewaltanwendung durch den Mann in einer dominanten Rolle beim Sex gegeben, so dass diese zunächst nicht rechtswidrig gewesen sei.

Das Gericht wies den Antrag der als Nebenkläger beteiligten Familie der Deutschen auf Schadenersatz für die ihr zugefügten psychischen Leiden zurück.

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