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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Angst und Entsetzen nach Anschlag

10.10.2019

Halle /Saale Sirenengeheul unterbricht die Totenstille. Schwer bewaffnete Polizisten in schwarzen Anzügen und mit Helmen durchkämmen das beschauliche Paulusviertel im Norden von Halle in Sachsen-Anhalt. Etwa 30 Meter von einer Synagoge entfernt liegt die Leiche einer Frau, sie ist mit einer blauen Decke bedeckt. Ein Mann wird in einem Döner-Imbiss erschossen. Die Polizei hat das Gebiet weiträumig mit Flatterband abgesperrt.

Nach den tödlichen Schüssen am Mittwoch befand sich die Saalestadt im Ausnahmezustand. Am Himmel über der Innenstadt kreiste ein Hubschrauber. Streifenwagen forderten die Anwohner auf, Türen und Fenster geschlossen zu halten.

Auch das mobile Warn- und Informationssystem Katwarn wendete sich mit einer „Gefahrendurchsage“ an die Bevölkerung: „Gebäude und Wohnungen nicht verlassen. Von Fenster(n) und Türen fern bleiben!“ Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) betont: „Zum Schutz der Bevölkerung ist dies unbedingt erforderlich.“

Am frühen Nachmittag hatte die Polizei die Festnahme einer Person gemeldet – gab aber zunächst keine Entwarnung. Der öffentliche Nahverkehr in Halle war komplett eingestellt. Auf den Straßen der Stadt mit knapp 239 000 Einwohnern staute sich der Auto-Verkehr.

Einwohner erreichten besorgte Anfragen von Verwandten oder Freunden: „Bist du in Sicherheit?“ oder „Was ist bei Euch los?!“ Die Stadt Halle sprach von einer „Amoklage“ und berief einen Krisenstab ein. Alle Rettungskräfte der Feuerwehr seien in Alarmbereitschaft versetzt worden.

Die Polizei zog seit den Mittagsstunden alle verfügbaren Kräfte in Sachsen-Anhalt ab und verlegte sie nach Halle. Das Universitätsklinikum verstärkte vorsorglich die Notaufnahme.

Im benachbarten Metropole Leipzig und zahlreichen anderen Städten in Sachsen und Sachsen-Anhalt verschärfte die Polizei ihre Kräfte vor den Synagogen. Juden auf der ganzen Welt feiern derzeit den höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur.

Nach Angaben des Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Halle, Max Privorozki, hat ein Täter die Synagoge direkt angegriffen. „Wir haben über die Kamera unserer Synagoge gesehen, dass ein schwer bewaffneter Täter mit Stahlhelm und Gewehr versucht hat, unsere Türen aufzuschießen“, sagte Privorozki. „Aber unsere Türen haben gehalten.“

Außerdem habe der Täter versucht, das Tor des benachbarten jüdischen Friedhofs aufzuschießen. Die Menschen in der Synagoge seien geschockt gewesen.

Jom Kippurist der höchste Festtag im Judentum. Der „Tag der Sühne“ steht ganz im Zeichen von Umkehr und Versöhnung: Jüdische Gläubige sollen beten, fasten und Almosen geben – als Ausdruck von Reue und Sorge um ihre Mitmenschen. Auf ein Festmahl mit der Familie folgt mit dem Sonnenuntergang ein etwa 25 Stunden langes Fasten. Der Feiertag beginnt mit einem gemeinsamen Gebet in der Synagoge.

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