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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Nabu fordert Verbot für „dreckige Schiffe“

22.08.2018

Hamburg Die deutschen Kreuzfahrtreedereien nehmen den oft immensen Abgas-Ausstoß ihrer Schiffe nach Einschätzung des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) inzwischen ernster. Dies zeigt eine Auswertung, aus der sich Fortschritte bei der Reduzierung von Schadstoffen ergeben.

Die in Papenburg gebaute „Aidanova“ von Aida Cruises (Rostock) sei das erste Kreuzfahrtschiff weltweit, das mit Flüssigerdgas (LNG) betrieben werden kann, stellte der Nabu am Dienstag in Hamburg heraus. Daher schaffte es die Reederei im Umwelt-Ranking in diesem Jahr auf den ersten Platz. Der Branchenverband Clia kritisierte vor allem Aussagen zum Schweröleinsatz. Mit Dieselkraftstoff angetriebene Schiffe stoßen Schadstoffe aus – darunter Stickoxide, Schwefel und Rußpartikel. „2023 reist bereits mehr als die Hälfte aller Gäste von Aida Cruises auf Kreuzfahrtschiffen, die vollständig oder teilweise mit emissionsarmem LNG betrieben werden können“, teilte ein Sprecher mit. Alle Flottenschiffe sollen in den kommenden Jahren außerdem mit einem Landstromanschluss ausgerüstet werden.

„Wir sehen die Branche am Scheideweg“, sagte der Leiter der Verkehrspolitik im Nabu-Bundesverband, Dietmar Oeliger. Reedereien wie Aida Cruises oder Hapag-Lloyd Cruises aus Deutschland gäben den Takt vor. „Jetzt sind auch die Wettbewerber gefragt, deutlich mehr in diesem Bereich zu investierten.“ Insgesamt sind nach Einschätzung des Nabu, der 76 Kreuzfahrtriesen untersuchte, immer noch zu viele Schiffe ohne moderne Abgastechnik oder emissionsarmem Treibstoff unterwegs.

Es sei ein Skandal, dass 2018 noch Schiffe auf den Markt kämen, die auf Schweröl ausgelegt seien, sagte Nabu-Chef Leif Miller. Für Schiffe ohne Abgasreinigung fordert der Nabu vom Jahr 2020 an ein Anlaufverbot für Häfen, um Anwohner vor gesundheitsschädlichen Abgasen zu schützen. Es mangele am Willen der politischen Entscheider, der Branche etwas abzufordern, sagte Malte Siegert vom Nabu Hamburg.

Der Verband Clia machte deutlich, dass der Einsatz von Schweröl ohne entsprechende Filter an Bord in der Nord- und Ostsee verboten ist. Der Grenzwert für den Schwefelanteil betrage 0,1 Prozent. Bis heute sei kein Verstoß durch ein Kreuzfahrtschiff dagegen festgestellt worden.

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